New York. Eine einzige Filmszene machte Billy Crystal zum Weltstar: Mitten in einem New Yorker Restaurant spielt seine Schauspiel-Kollegin Meg Ryan ihm 1989 lautstark einen Orgasmus vor - und Crystal bleibt nur noch, verlegen zu grinsen.

Die Szene wird zum weltbekannten Klassiker und mit ihr Ryan und Crystal. Der hat sich zu diesem Zeitpunkt in den USA schon einen Namen als Stand-Up-Comedian gemacht, aber erst «Harry und Sally» verhilft ihm zum endgültigen Durchbruch. Am Donnerstag (14. März) wird der gebürtige New Yorker 65 Jahre alt - und seine Selbstbeschreibung beim Kurznachrichtendienst Twitter macht deutlich, was er selbstbewusst-humorvoll davon hält: «Ihr solltet mich jetzt langsam kennen.»

Nach «Harry und Sally» packt Crystal 1991 gleich die nächste Filmkomödie an und auch «City Slickers - Die Großstadt-Helden» wird zum großen Erfolg. Crystal, der den Film produziert und die Hauptrolle spielt, wird für einen Golden Globe nominiert - geht jedoch leer aus. Seinem Nebendarsteller, dem Western-Star Jack Palance, bringt der Film dagegen im dritten Anlauf einen Oscar. «Auf dem Ball nach der Verleihung kam er auf mich zu und sagte 'Billy Crystal - Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet du derjenige sein wirst?' Es war seine Art "Danke" zu sagen, dass dieser kleine jüdische Junge aus New York ihm den Oscar ermöglicht hat», erzählte Crystal einmal in einem Interview.

Geboren wurde William Jacob «Billy» Crystal 1948 mitten in Manhattan, er wuchs im nahegelegenen Long Island in einer jüdischen Familie auf. Seine erste größere Rolle erhält der Baseball-Fan Ende der 70er Jahre in der Serie «Soap», einer Parodie auf die Seifenopern im amerikanischen Mittagsprogramm. In den 80er Jahren kann er sich als Comedy-Star etablieren, bekommt eigene Sendungen, macht bei der erfolgreichen Sketch-Show «Saturday Night Live» mit und tourt über die Bühnen der USA. Themen seines Programms sind meist seine Kindheit und die jüdischen Wurzeln.

Anfang der 90er Jahre findet er schließlich eine neue Paraderolle: Die des Oscar-Moderators. Insgesamt neunmal hat er die Gala inzwischen moderiert - nur der 2003 gestorbene britisch-amerikanische Schauspieler Bob Hope, der 18mal durch die Preisverleihung geführt hat, kann ihn übertrumpfen. «Eigentlich sollte ich die Oscars noch einmal moderieren, um die zehn voll zu machen», sagt Crystal. «Sollte ich gefragt werden und das Gefühl haben, ich kann nochmal etwas Neues beitragen, wäre ich wohl wieder dabei.» Das bislang letzte Mal 2012 brachte Crystal allerdings eher miese Kritiken ein.

Aber der seit 1970 mit seiner Frau Janice verheiratete Crystal genießt auch das Privatleben als Großvater. Die Erlebnisse mit den Kindern seiner zwei Töchter hat er gerade zu einem Film verarbeitet: «Die Bestimmer - Kinder haften für ihre Eltern». Eine Woche lang hätten er und seine Frau einmal auf die zwei Kinder seiner Tochter Jenny aufgepasst, erzählt Crystal. «Es war großartig und anstrengend zugleich. Am siebten Tag hatte ich dann die Filmidee.» (dpa)