Das Eis im Inneren Grönlands wird immer dicker. Rund sechzig Zentimeter sind in der Zeit von 1992 bis 2003 hinzugekommen, berichtet das Forschungsmagazin Science. Grund dafür sind stärkere Schneefälle im Winter, die möglicherweise in Folge des Klimawandels durch veränderte Strömungsverhältnisse in der Atmosphäre hervorgerufen wurden.Geoforscher um Ola Johannessen von der Universität Bergen werteten für ihre Studie Radarmessungen von Erderkundungssatelliten aus. Dabei stellten die norwegischen Wissenschaftler fest, dass das Eis im Untersuchungszeitraum an Küsten und in niedrigen Regionen Grönlands zwar um zwei Zentimeter pro Jahr abnahm. In Höhen über 1 500 Meter wuchs es hingegen um durchschnittlich 6,4 Zentimeter.In diesem Zusammenhang erinnern Johannessen und ihre Kollegen an frühere Berechnungen, dass beim vollständigen Abschmelzen des Grönlandeises der Meeresspiegel weltweit um sieben Meter steigen würde. Das Risiko für eine solche Katastrophe würde geringer, wenn eine Klimaerwärmung tatsächlich die Eisbildung auf Grönland verstärkte.Die Forscher warnen aber vor voreiligen Schlüssen aus ihrer Studie. Die Satellitendaten reichten bisher nicht aus, um daraus das Eisvolumen Grönlands genau abschätzen zu können, schreiben sie. So sei es möglich, dass an den Küsten mehr Eis abbreche, als im Inneren des Landes zusätzlich gespeichert werde - wodurch der Meeresspiegel ansteigen würde. (luh.)Science, Online-Ausgabe