Eine neue Brust, ein neues Kinn oder eine neue Nase zum Abitur? Das gibt es nicht nur in den USA, das gibt es auch hierzulande. Der Wunsch nach einem perfekten Aussehen, geschürt von TV-Shows wie „Germany’s next Topmodel“ oder „Extrem schön“, treibt die Jugendlichen um. 14 Prozent der 9- bis 14-Jährigen haben schon einmal über eine Schönheits-Operation nachgedacht. Das hat der erst vor zwei Monaten veröffentliche „LBS-Kinderbarometer“ ergeben, eine Umfrage der Westdeutschen Landesbausparkasse. Zwei Prozent der befragten 10 000 Kinder denken oft oder sogar sehr oft an eine Schönheitsoperation. Sie haben dabei genaue Vorstellungen davon, was sie verändern lassen würden. Am häufigsten wollen sie Fett entfernen lassen (52 Prozent), danach folgen die Behandlung von Hautunreinheiten (31 Prozent) und die Korrektur der Nase (23 Prozent).

Dass der junge Körper sich noch stark verändert, dass Operationen generell ein Risiko darstellen, scheint die Teenager nicht zu stören. Es muss befürchtet werden, dass selbst verantwortungsvolle Eltern dem Drängen nicht immer Stand halten können. Ein Verbot von rein ästhetisch begründeten Schönheits-OPs würde daher allen helfen: Den Jugendlichen, den Eltern und auch den Ärzten. Denn bisher gibt es bei den Medizinern nur Selbstverpflichtungen, die aber ohne Folgen verletzt werden können. Eine gesetzliche Regelung würde hier für klare Verhältnisse sorgen.