Der Prozeß um das Schönefelder Flugzeugunglück soll Ende Mai neu aufgerollt werden. 21 Menschen waren im Juni 1989 beim Start einer Interflug-Maschine ums Leben gekommen. Im vergangenen Jahr war das Verfahren gegen den angeklagten Bordingenieur geplatzt.Mit einer herben Kritik endete vor neun Monaten der erste Prozeß um das Flugzeugunglück. Nach nur zwei Verhandlungstagen war klar, daß die Staatsanwaltschaft wichtige Ermittlungsunterlagen nicht gesichtet hatte. Zudem präsentierte der Verteidiger des angeklagten Bordingenieurs Manfred S. überraschend einen Videofilm, in dem das Unglück ausgewertet und die technischen Abläufe im Cockpit nachgestellt wurden. Das Berliner Landgericht setzte daraufhin die Verhandlung aus. Nun ist ein neuer Anlauf in Sicht. Das Berliner Landgericht plant, den Prozeß am 22. Mai wieder aufzurollen. Nur überraschende Hindernisse könnten diesen Terminplan noch verzögern. Im Mittelpunkt wird die Frage stehen, warum die Interflug-Maschine am 17. Juni 1989 nach ihrem Start in einem Maisfeld zerschellte. 21 Menschen kamen ums Leben, 29 wurden schwer verletzt. Die Staatsanwaltschaft wirft dem damaligen Bordingenieur Manfred S. vor, das Unglück durch sein Fehlverhalten heraufbeschworen zu haben. Er soll eigenmächtig die Triebwerke abgestellt und dadurch einen erfolgreichen Startabbruch der Maschine verhindert haben. 1989 waren die Ermittlungen versandet. Erst Berichte in der Berliner Zeitung und ein Fund verschollener Akten brachten diese wieder in Gang. +++