Düsseldorf: Seit drei Jahren verfügt die Universitätsklinik Düsseldorf über ein nagelneues Zentrum für Operative Medizin. Doch Ärzte und Patienten können den Bau nicht nutzen, da Mängel beim Brandschutz und andere technische Vorgaben noch nicht behoben worden sind. Jedes Jahr muss die Uniklinik zwei Millionen Euro für Heizung, Reinigung und Wartung technischer Geräte zahlen − ohne das 170 Millionen Euro teure Gebäude nutzen zu können.

Lausitz: Elf Mal teurer als anfangs geplant ist inzwischen der Bau eines sogenannten Überleiters in der Lausitz geworden, der den Senftenberger mit dem Geierswalder See verbindet. Eigentlich sollten zehn Seen mit einer einfachen Rohrverbindung miteinander verkettet werden. Doch die Landesregierung Brandenburg wollte die Kanäle schiffbar machen, damit Ausflugsboote die Seenlandschaft besser nutzen konnten. So musste eine Schleuse gebaut und die Bundesstraße 96 an einer Stelle untertunnelt werden. Das Infrastrukturministerium Brandenburg habe zu keiner Zeit eine umfassende Kontrolle über das Projekt gehabt, kritisiert der Steuerzahlerbund.

Schwerin: Ein Computerwurm hatte die PCs des Instituts für Qualitätsentwicklung in Schwerin, eine Dependance des dortigen Bildungsministeriums, befallen. Statt das IT-System von dem Computerschädling zu befreien, wählte die Verwaltung die radikalere Lösung und schaffte als Ersatz für die betroffenen 100 Rechner kurzerhand für 146.600 Euro 170 neue Computer an. Der Virus selbst wäre aus Sicht des Bundes der Steuerzahler mit einem einfachen Säuberungsprogramm, das im Internet gratis erhältlich ist, zu beseitigen gewesen.

Kiel: Mehr als 23 Millionen Euro soll ein neues Sport- und Freizeitbad in der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt kosten. Tatsächlich fehle in der Stadt geeigneter Ersatz für zwei marode Hallen und ein baufälliges Freibad. Weshalb die Badeanstalt aber noch ein 700 Quadratmeter großen Freizeitbereich sowie eine 450 Quadratmeter zählende Saunalandschaft erhalten und das Bad sieben Millionen Euro teurer als vergleichbare Einrichtungen in Flensburg oder Cottbus werden solle, mag dem Steuerzahlerbund nicht einleuchten.

Biberach: Knapp eine halbe Million Euro haben zwei Brücken an der Nordwestumfahrung von Biberach (Baden-Württemberg) gekostet, die weniger dem Straßenverkehr, sondern in angrenzenden Waldgebieten beheimateten Fledermäusen als Orientierung dienen sollen. Die Bauwerke sollen den geschützten Tieren dabei helfen, die Straße gefahrlos zu überqueren und zu lernen, dass trotz der Straßenschneise die beiden angrenzenden Waldstücke, die sie als Jagdgebiete nutzen, zueinandergehören.