Das Geschäft mit Kreditkarten boomt und der Betnig damit auch. Im vergangenen Jahr registrierte die Berliner Polizel 10 374 Fälle mit einem Schaden von rund 13 Millionen Mark. Experten befürchten, daß 1994 dl. Anzahl dleser Straftaten erneut steigen wird.Susanne L. hatte den Diebstahl ihrer Kreditkarte zunächst gar nicht bemerkt. In einem großen Kaufhaus hauen ihr Unbekannte die Brieftasche gestohlen. Erst zu Hause bemerkte die 42jährige Gastwirtin den Verlust. Sie ließ sofort die Karte sperren. Doch zu spät. Die Diebe hatten bereits mehrere tausend Mark abgesahnt.Der Betrug mit Kreditkarten boomt. Nach offiziellen Schätzungen sollen internationale Syndikate in diesem Jahr bereits weltweit einen Schaden von rund zwei Milliarden Mark angerichtet haben, in Deutschland werden die Verluste auf 120 Miilianen Mark geschätzt.Berliner Fahnder gehen davon aus, daß neben südamerikanischen Verbrecherorganisationen die "schwarze Mafia" mehr und mehr die Geschäfte mit dem Plastegeld an sich reißt. Dabei sollen Nigerianer mit zum Teil exzellenter kaufmännischer Ausbildung eine Schlüsseirolle spielen. Mitarbeiter des Berliner Landeskriminalamtes vermuten, daß die Betrüger in drei Gruppen strukturiert sind. Die untere Ebene stiehlt die Karten, die mittlere Ebene fälscht die Karten und benutzt sie. Der Gewinn fließt dann in die obere Ebene. Deren Vertreter, zumeist intelligente Geschäftsleute, Investieren die Gewinne, stellen Anlauf- und Treffpunkte sowie Unterkünfte für die Komplizen zur Verfügung.In Aachen ermittelt gegenwärtig eine Sonderkommission gegen mehr als 200 Nigerianer, die durch Scheckund Kreditkartenbetrug rund 15 Millionen Mark ergaunerten.Die Art und Weise der Betrügereien hat sich in den letzten Jahren verändert. Die bekannteste und beliebteste Methode ist, die Karten auf der Post abzufangen. Vor einigen Tagen wurde auf einem Lichtenberger Postamt die 27jährige Anke N. festgenommen. Sie hatte 14 Kredltkarten aus Briefen gestohlen und war dann mit ihnen einkaufen gegangen. Der Schaden: 50000 Mark.In der letzten Zeit versenden immer mehr Karten-Unternehmen Ihr Plastegeid mit privaten Kurierdiensten. Bewährt hat sich auch, die Karte erst nach einer Empfangsbestätigung freizugeben. Doch auf der Gegenseite werden die Betrüger immer erfindungsreicher. Zunehmend spezialisieren sich Betrüger auf die komplette Fälschung der Karten. Mit speziellen Geräten werden die Magnetstreifen kopiert und später auf die "neue" Karte übertragen. Die Opfer merken den Betrug oftmals erst nach Wochen. Die neueste Methode, die die Szene anwendet, ist die Erstellung von Kartennuinmem mit Computem, so wie es die KartenUnternehmen selbst tun.3ank, Sparkasse, Visa -- manch einer hat mehr Kärtchen als Geidscheine im >ortemonnale. Foto: Studr~