HELLERSDORF Balance zwischen Himmel und Erde: Ein Ensemble mit schwebenden Figuren wird künftig an der Eisenacher Straße die Blicke auf sich ziehen. Das Kunstwerk soll nach Sanierungsarbeiten auf den Dächern von zwei Punkthochhäusern installiert werden.Autofahrer oder Spaziergänger, die sich auf der Eisenacher Straße in Richtung Hellersdorf bewegen, können bald eine ungewöhnliche Balance beobachten. Auf den Dächern der beiden zwölfgeschossigen Punkthochhäuser Eisenacher Straße 61 und 63 nahe des Erholungsparkes Marzahn werden mühsam das Gleichgewicht haltende, flächige Figuren schweben - manche balancieren auf der Hauskante, andere bewegen sich mit erhobenen oder abgestreckten Armen auf einer langen Stange. Durch das Tageslicht im Hintergrund wirken sie wie Scherenschnitte.Mit den überlebensgroßen Figuren aus Aluminium will der 1941 geborene und seit 1984 in Berlin lebende Künstler Hubertus von der Goltz den Balanceakt des Miteinanders im täglichen Leben versinnbildlichen. Das Kunstwerk, das nach der Sanierung der Gebäude im nördlichen Kienbergviertel installiert wird, entstand im Auftrag der Wohnungsbaugesellschaft Hellersdorf (WoGeHe).In einem sogenannten eingeladenen Gutachterfahren hatte sich der renommierte Berliner Bildhauer, der unter anderem mehrfach in US-amerikanischen Großstädten ausstellte, durchsetzen können. Andere Entwürfe wie beispielsweise eine riesige Kuh auf dem Hochhausdach von Hartmut Renner oder Lichtskulpturen in der Form von Kuben gefielen zwar auch, doch die Jury von Fachleuten und Mitarbeitern der Wohnungsbaugesellschaft entschied sich letztendlich für von der Goltz` Vorschlag.Die wippenden Figuren auf den Punkthochhäusern sollen nach der Dachsanierung der Gebäude ab September aufgebaut werden, wie Dagmar Neidigk mitteilt. Nach den Worten der WoGeHe-Sprecherin wird damit "das westliche Tor zur Großsiedlung Hellersdorf" künstlerisch gestaltet. Bereits in den vergangenen Jahren waren durch Großskulpturen an verschiedenen Punkten der Ortseingänge markante Punkte entstanden. So wurde beispielsweise in Kaulsdorf-Nord der "Turm mit Wetterhahn" von Inge Mahn errichtet, an der Riesaer Straße stehen der "Zeichner" und der "Betrachter" von Frank Dornseif.Mit Kunstobjekten in den Wohngebieten - dazu zählt auch die Fassadengestaltung - soll den einzelnen Quartieren eine individuellere Note gegeben werden. Etwa drei Prozent ihres jährlichen Investitionsvolumens zur Wohnumfeldgestaltung verwendet die landeseigene Gesellschaft dafür.Etwaige Gefahren für Autofahrer, die sich mehr auf die Turner am Hochhausrand, statt auf den Verkehr in der Eisenacher Straße konzentrieren könnten, sieht Dagmar Neidigk nicht: "Die Figuren sind schließlich fast drei Meter groß. Da ist eigentlich eine Verwechslungsgefahr mit Menschen ausgeschlossen." Da die Kunstwerke als solche leicht erkennbar seien, würden Schrecksekunden am Steuer wegen vermuteter Absturzgefahr für die Balancierenden ausbleiben. +++