Eines ist an den Gesprächen, die Harald Ringstorff jetzt in Mecklenburg-Vorpommern mit der PDS beginnt, positiv: Die Frage der Zusammenarbeit mit der PDS wird entideologisiert. Ob man mit den Sozialisten verhandelt, gar mit ihnen regiert, kommt auf den Prüfstand der Realpolitik. Zum ersten Mal wird jenseits weltanschaulicher Grundfragen geprüft, ob die PDS Konzepte anzubieten hat, die zur Lösung der hier und heute anstehenden Probleme beitragen. Daß die SPD diese Verhandlungen aus reinem Machtinteresse führt, ist dabei unwesentlich. Angesichts der Tatsache, daß die PDS in Ostdeutschland eine 20-Prozent-Partei ist, wäre jede Form dauerhafter, prinzipieller Ausgrenzung schädlich.Damit aber endet schon die gute Nachricht. Alles, was bisher an Inhalten bekannt wurde, zeigt, daß die beiden Parteien sich anscheinend lediglich darin uneins sind, wieviel zusätzliche Schulden das Land machen sollte. Hier wird offensichtlich, daß die Vorstellung, der Staat könne durch immer höhere Ausgaben Strukturprobleme lösen, in Ostdeutschland parteiübergreifend ist. Ein Umsteuern, wie es bei den rot-grünen Verhandlungen in Bonn zumindest als Ziel formuliert wird, ist in Schwerin nicht zu spüren. Eine Koalition aber, die keinen programmatischen Neuanfang macht, wird möglicherweise lange halten, sie wird aber nichts verändern.