ZEHLENDORF/WILMERSDORF Insgesamt 182 Hektar von den West-Alliierten genutzte Waldflächen werden bis zum kommenden Frühjahr renaturiert. Die vom Bund finanzierten Abrißarbeiten sind in vollem Gange.Als 1951 amerikanische Soldaten mit Panzern anrückten, um den Kahlschlag hinter der Revierförsterei Dachsberg für den Bau eines Munitionsdepots zu requirieren, stellte sich ihnen der Förster mit entsicherter Schrotflinte in den Weg. Seinen ökologischen Heldenmut bezahlte der Grünrock mit dem Häftlingsdrillich. 45 Jahre später beginnt die fast 13 Hektar große Grunewald-Lücke hinter seiner einstigen Amtsstube zu vernarben. Dachsberg Area, wie das Gelände im US-Militärslang hieß, wird zur Dachsheide. Von den rund 30 Bunkern und Gebäuden blieb nur ein unterirdischer Schutzraum übrig - als Winterquartier für Fledermäuse. Eine Hälfte des Platzes wird nur spärlich mit Sträuchern bepflanzt und sonst der Natur überlassen. Kiefern und Birken wachsen bald von allein, ist sich Andreas Constien, der heutige Herr über das Forstrevier, sicher. Die andere Hälfte wird zum Schutz vor Hunden und Mountain-Bikern eingezäunt und bleibt eine von Schafen beweidete Trockengras-Heide.Von der Avus aus sind die Abbrucharbeiten am parallel zur Autobahn gelegenen Schießplatz Keerans Range gut zu beobachten. Ebenso wie die Schutzhügel der Dachsberg-Bunker stehenbleiben, bleibt auch hier eine künstliche Erhebung unplaniert: die während des Krieges nicht mehr vollendete Avus-Südkurve, die den GIs jahrzehntelang als Kugelfang diente. Größte Aufforstungsfläche ist mit 108 Hektar der Ex-Schießplatz Rose Range im Düppeler Forst. Außerdem werden im Grunewald noch ein weiteres Munitionsdepot und eine Antennenstation und die von den Briten genutzten Baumberge im Tegeler Forst (Reinickendorf) der Natur und den Wanderern zurückgegeben. Die "grüne Konversion" dieser sechs Flächen in den Westberliner Flächen kostet insgesamt eine Million Mark, die das Bundesamt für Verteidigungslasten bezahlt, sagte Umweltsenator Peter Strieder (SPD) bei der gestrigen Vorstellung des Projektes. Die Renaturierung sechs weiterer Militärareale von insgesamt 90 Hektar Größe, allesamt im Bezirk Köpenick, finanziert Strieder zufolge die Europäische Union. Dagegen sieht es für weitere 1 600 Hektar ehemalige Armeeflächen auf Berliner Stadtwäldern im Land Brandenburg schlecht aus. Die Öko-Sanierung dieser mit Ölen, Treibstoffen und Munition stark belasteten Flächen muß Berlin selbst zahlen. Weil das aufgrund leerer Kassen derzeit unmöglich ist, beschränkt sich der Senat auf die Sicherung der Gebiete. +++