Die Berliner FDP wird nach Angaben van Partelmltgliedern systematisch von Jungen Rechten unterwandertDie frühere Landesvorsitzende Carola von Braun sagte am Freitag, Junge Männer mit "ganz kurzen Haaren, denen man die Geisteshaltung ansieht«, hätten Im Bezirksverband Tempelhof die Mehrheit übernommen. Nun werde versucht, die Relnickendorfer FDP zu unterwandern.Der Reinickendorf FDP-Chef Michael Tolksdorf bestätigte diese Aussage. Im Ortsverband Frohnau seien in den vergangenen Monaten fast 150 Rechte aufgenommen worden, die fast alle zuvor im bereits rechts "gewendeten" Bezlzksverband Tempelhof Ihr Partelbuch erhalten hatten. Dort ist der rechtsnationale Klaus Gröbig Vorsitzender, der ehemalige Mitarbeiter der Rechts-Zeitschrift ,Junge Freiheit", Torsten Witt, sein Sprecher.Die Relnickendorfer FDP hat nur rund 300 Mitglieder. «Wenn es so weitergeht", sagt Tollesdorf, «ist Relnickendorf im nächsten Jahr gewendet". Die neuen Mitglieder seien Leute zwischen ,Republikanern und CDU-Rechtsaußen, mit Reichskrlegsflagge, Fremdenhaß und allem". Es handele sich um eine "anonyme Masse, mit der man sich nicht auseinandersetzen karin". Gröbig habe sogar versucht, Rechte aus anderen Bundesländern in Frohnau unterzubringen, berichtete Tolksdorf. Der FDP-Politiker hat jetzt ein Verfahren vor dem Parteischiedsgericht angestrengt. Dort soll geprüft werden, ob bei der gezielten Mitgliederverschiebung ein Mißbrauch der Parteisatzung vorliegt.FDP-Landesgeschäftsführer Müller sagte, von einer Unterwanderung k~snne keine Rede sein. In der FDP gebe es einen rechten und einen linken Flügel. Beide bewegten sich im liberalen Spektrum. vb/ Reuter