Lieber Fußball gucken als Dampfer fahren: Die Weltmeisterschaft hat den Berliner Reedereien eine Flaute beschert. "Doch wir gehen davon aus, dass danach das Fahrgastaufkommen wieder nach oben gehen wird. Denn die WM bedeutet für Berlin eine gute Werbung, so dass wir uns auf deutlich mehr Touristen einstellen", sagt Jürgen Loch, Chef der Stern und Kreisschifffahrt. "Ausländische Fernsehteams haben von unseren Schiffen Berlin gefilmt. Die Drehgenehmigungen können wir schon fast nicht mehr zählen." Auftrieb spürt die Schifffahrt auch in anderer Hinsicht. Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) will den Humboldthafen am neuen Hauptbahnhof aufwerten - dort könnten Anleger entstehen, sagte sie gestern. Und der Berliner Unternehmer Gerhard Heß hofft, dass er seinen Plan, Wassertaxis auf der Spree fahren zu lassen, endlich umsetzen kann.Der Hauptbahnhof, der viele Touristen anzieht, beschert Reedern neue Kundschaft. "Unsere wieder eröffnete Anlegestelle Moltkebrücke wird gut genutzt", so Constance Werner von der Reederei Riedel. Inzwischen beginnt dort bis zu elfmal pro Tag eine Rundfahrt. "Zwar steigen Bahnfahrgäste nicht auf das Schiff um. Doch langfristig wird sich das Bahnhofsumfeld entwickeln. Davon wollen auch wir profitieren", teilte Stern-und-Kreis-Chef Loch mit.Nächster Halt: HumboldthafenVor allem sollte der benachbarte Humboldthafen aufgewertet werden, wofür es schon seit langem Konzepte gibt, sagte Junge-Reyer: "Dieser Hafen muss genutzt werden. Wir spüren, dass sich die Bürger ihre Stadt auch auf dem Wasserweg erobern wollen." Allerdings müssten die Interessen an dem lange verwaisten Hafenbecken erst mal "sortiert" werden. Es gebe Ideen, einen Teil als Marina für Yachten und andere Sportboote zu nutzen. Die Berlin-Brandenburgische Schifffahrtsgesellschaft, die an der Mühlendammschleuse Wasserfahrzeuge zeigt, träumt von einem historischen Hafen neben dem Glaspalast des Bahnhofs. Der Verein hatte bis 1994 seine Sammlung im Humboldthafen ausgestellt, weshalb ihm ein Rückkehrrecht zusteht. Reedereien wie Riedel oder Stern und Kreis wiederum könnten sich dort Anleger für ihre Dampfer vorstellen.Die Berliner Politik unterstützt auch Pläne, ähnlich wie in Venedig oder New York auf der Spree Wassertaxis einzusetzen - gelbe Boote, die mit dem schwarz-weißen Würfelmuster New Yorker "Taxicabs" versehen sind und darum "Spreecab" heißen. "Die Senatswirtschaftsverwaltung und das Bezirksamt begrüßen das Konzept, weil es die Spree und ihr Umfeld weiter aufwerten würde", sagte Franz Schulz (Grüne), Baustadtrat von Friedrichshain-Kreuzberg. Die Boote sollten zwischen Reichstag und Museumsinsel, später auch zwischen der Mühlendammschleuse und der Rummelsburger Bucht verkehren. "Auf Bestellung und von einer Zentrale vermittelt - wie andere Taxis auch", sagte Gerhard Heß.Zwei Mann sind VorschriftDoch noch immer ist unklar, ob die Taxis losschippern dürfen. Denn das zuständige Gesetz, die Rheinschifffahrtsuntersuchungsverordnung, fordert für jedes Fahrgastschiff mindestens zwei Mann Besatzung mit umfassenden Qualifikationen - was die Wassertaxis unrentabel machen würde. Zwar sind nun Ausnahmeregelungen möglich, aber die lassen auf sich warten. Heß hält es für zulässig, die Standards zu lockern. "Das ginge auf Kosten der Sicherheit", konterte Loch. Er kündigte an: Wenn der Bund die Anforderungen lockert und Heß Wassertaxis einsetzen darf, "würde dies uns dazu zwingen zu reagieren" - und ebenfalls in das Taxi-Geschäft einzusteigen.------------------------------BERLIN STADT AM WASSERTraditionsreiche Branche: Seit dem 19. Jahrhundert fahren Dampfer Berliner und Berlin-Touristen durch die Stadt - einer der schönsten Wege, Berlin kennen zu lernen. Größte Reederei ist die Stern und Kreis Schifffahrt, die auf eine Gründung von 1888 zurückgeht, 30 Fahrgastschiffe betreibt und 2005 mehr als eine Million Menschen befördert hat. Im Berliner Reederverband sind 29 Unternehmen organisiert, die 52 Fahrgastschiffe und ein Restaurantschiff betreiben - mit 7 900 Plätzen.Neuer Anleger: Lange Zeit war sie verwaist, doch nun ist die Anlegestelle Gröbenufer neben der Oberbaumbrücke in Kreuzberg wieder in Betrieb, teilte Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer gestern mit. Zunächst startet dort die Reederei Riedel dienstags, mittwochs, donnerstags und sonnabends um 12.10 und 16.10 Uhr zu einer zweistündigen Rundfahrt. 2007 will dann auch Stern und Kreis dort halten.Neuer Uferweg: Ebenfalls gestern gab Friedrichshain-Kreuzbergs Baustadtrat Franz Schulz bekannt, dass in diesem Jahr die ersten Teilstücke des Spree-Uferwegs vom Gröbenufer zur Schillingbrücke eröffnet werden. Der Rest soll 2007 folgen. Die zwei Kilometer lange Verbindung besteht aus Uferpromenade und Stegen mit "Spreebalkonen". Sie ist Teil des Programms Stadtumbau West. Für 3,1 Millionen Euro wird das Kreuzberger Ufer aufgewertet.Reederei mit Jubiläumsrabatt: Am 15. Juli feiert die Berliner Reederei Riedel 35-jähriges Bestehen. Darum erhalten Fahrgäste am 15. und 16. Juli 25 Prozent "Jubiläumsrabatt". Die Reederei hat über 100 Beschäftigte, verfügt über 30 Anlegestellen und betreibt 13 Fahrgastschiffe. Ihr gehört das Restaurant-Schiff.Kreuzfahrt nach Berlin: Noch nicht recht vorangekommen sind Pläne, in Berlin einen Anleger für Flusskreuzfahrtschiffe zu schaffen. 2003 gab es erste Überlegungen, einen solchen Terminal im Westhafen zu bauen, seit 2005 ist dafür auch die Greenwichpromenade in Tegel in der Diskussion. Während viele Kreuzfahrtschiffe in Potsdam anlegen, lassen sie Berlin meist links liegen.Dampfer nach Polen: Stern und Kreis bietet Schiffstouren von Tegel nach Szczecin (Stettin) an - eine romantische Tour durch Brandenburg in die polnische Hafenstadt. Eine Strecke per Bus. Preis: 193 Euro.------------------------------BERLIN STADT AM WASSERTraditionsreiche Branche: Seit dem 19. Jahrhundert fahren Dampfer Berliner und Berlin-Touristen durch die Stadt - einer der schönsten Wege, Berlin kennen zu lernen. Größte Reederei ist die Stern und Kreis Schifffahrt, die auf eine Gründung von 1888 zurückgeht, 30 Fahrgastschiffe betreibt und 2005 mehr als eine Million Menschen befördert hat. Im Berliner Reederverband sind 29 Unternehmen organisiert, die 52 Fahrgastschiffe und ein Restaurantschiff betreiben - mit 7 900 Plätzen.Neuer Anleger: Lange Zeit war sie verwaist, doch nun ist die Anlegestelle Gröbenufer neben der Oberbaumbrücke in Kreuzberg wieder in Betrieb, teilte Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer gestern mit. Zunächst startet dort die Reederei Riedel dienstags, mittwochs, donnerstags und sonnabends um 12.10 und 16.10 Uhr zu einer zweistündigen Rundfahrt. 2007 will dann auch Stern und Kreis dort halten.Neuer Uferweg: Ebenfalls gestern gab Friedrichshain-Kreuzbergs Baustadtrat Franz Schulz bekannt, dass in diesem Jahr die ersten Teilstücke des Spree-Uferwegs vom Gröbenufer zur Schillingbrücke eröffnet werden. Der Rest soll 2007 folgen. Die zwei Kilometer lange Verbindung besteht aus Uferpromenade und Stegen mit "Spreebalkonen". Sie ist Teil des Programms Stadtumbau West. Für 3,1 Millionen Euro wird das Kreuzberger Ufer aufgewertet.Reederei mit Jubiläumsrabatt: Am 15. Juli feiert die Berliner Reederei Riedel 35-jähriges Bestehen. Darum erhalten Fahrgäste am 15. und 16. Juli 25 Prozent "Jubiläumsrabatt". Die Reederei hat über 100 Beschäftigte, verfügt über 30 Anlegestellen und betreibt 13 Fahrgastschiffe. Ihr gehört das Restaurant-Schiff.Kreuzfahrt nach Berlin: Noch nicht recht vorangekommen sind Pläne, in Berlin einen Anleger für Flusskreuzfahrtschiffe zu schaffen. 2003 gab es erste Überlegungen, einen solchen Terminal im Westhafen zu bauen, seit 2005 ist dafür auch die Greenwichpromenade in Tegel in der Diskussion. Während viele Kreuzfahrtschiffe in Potsdam anlegen, lassen sie Berlin meist links liegen.Dampfer nach Polen: Stern und Kreis bietet Schiffstouren von Tegel nach Szczecin (Stettin) an - eine romantische Tour durch Brandenburg in die polnische Hafenstadt. Eine Strecke per Bus. Preis: 193 Euro.------------------------------BERLIN, STADT AM WASSERTraditionsreiche Branche: Seit dem 19. Jahrhundert fahren Dampfer Berliner und Berlin-Touristen durch die Stadt - einer der schönsten Wege, Berlin kennen zu lernen. Größte Reederei ist die Stern und Kreis Schifffahrt, die auf eine Gründung von 1888 zurückgeht, 30 Fahrgastschiffe betreibt und 2005 mehr als eine Million Menschen befördert hat. Im Berliner Reederverband sind 29 Unternehmen organisiert, die 52 Fahrgastschiffe und ein Restaurantschiff betreiben - mit 7 900 Plätzen.Neuer Anleger: Lange Zeit war sie verwaist, doch nun ist die Anlegestelle Gröbenufer neben der Oberbaumbrücke in Kreuzberg wieder in Betrieb, teilte Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer gestern mit. Zunächst startet dort die Reederei Riedel dienstags, mittwochs, donnerstags und sonnabends um 12.10 und 16.10 Uhr zu einer zweistündigen Rundfahrt. 2007 will dann auch Stern und Kreis dort halten.Neuer Uferweg: Ebenfalls gestern gab Friedrichshain-Kreuzbergs Baustadtrat Franz Schulz bekannt, dass in diesem Jahr die ersten Teilstücke des Spree-Uferwegs vom Gröbenufer zur Schillingbrücke eröffnet werden. Der Rest soll 2007 folgen. Die zwei Kilometer lange Verbindung besteht aus Uferpromenade und Stegen mit "Spreebalkonen". Sie ist Teil des Programms Stadtumbau West. Für 3,1 Millionen Euro wird das Kreuzberger Ufer aufgewertet.Reederei mit Jubiläumsrabatt: Am 15. Juli feiert die Berliner Reederei Riedel 35-jähriges Bestehen. Darum erhalten Fahrgäste am 15. und 16. Juli 25 Prozent "Jubiläumsrabatt". Die Reederei hat über 100 Beschäftigte, verfügt über 30 Anlegestellen und betreibt 13 Fahrgastschiffe. Ihr gehört das Restaurant-Schiff.Kreuzfahrt nach Berlin: Noch nicht recht vorangekommen sind Pläne, in Berlin einen Anleger für Flusskreuzfahrtschiffe zu schaffen. 2003 gab es erste Überlegungen, einen solchen Terminal im Westhafen zu bauen, seit 2005 ist dafür auch die Greenwichpromenade in Tegel in der Diskussion. Während viele Kreuzfahrtschiffe in Potsdam anlegen, lassen sie Berlin meist links liegen.Dampfer nach Polen: Stern und Kreis bietet Schiffstouren von Tegel nach Szczecin (Stettin) an - eine romantische Tour durch Brandenburg in die polnische Hafenstadt. Eine Strecke per Bus. Preis: 193 Euro.------------------------------Foto: Geordneter Verkehr: Auf der Spree müssen Schiffe die Vorgaben der Rheinschifffahrtsuntersuchungsverordnung erfüllen.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzten Zugang zu allen B+ Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio.

1 Monat kostenlos.

Danach 9,99 € im Monatsabo.

Jederzeit im Testzeitraum kündbar.

1 Monat kostenlos testen

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.