Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) wollen ihren Nachtverkehr ausweiten. Das Unternehmen plane, zahlreiche Strecken 24 Stunden zu betreiben, teilte Verkehrs-Staatssekretärin Maria Krautzberger (SPD) auf eine CDU-Anfrage hin mit. Diskutiert werde, am 10. Juni 2001 auf "drei bis vier U-Bahn-Linien" einen täglichen Nachtbetrieb einzuführen. Nach Informationen der "Berliner Zeitung" sollen die Linien U 2 und U 6 dazugehören. Darüber hinaus will die BVG künftig auch sieben Straßenbahnlinien und 54 Buslinien rund um die Uhr befahren. Außerdem sollen entlang von U- und Straßenbahnstrecken, die nicht zum neuen Nachtangebot gehören, neun "Ersatzlinien" mit Bussen geschaffen werden, hieß es. Die Verkehrsbetriebe wollen in Zukunft in 16 Gebieten "flexible Bedienungsformen" anbieten. Damit sollen in mehr Bereichen als bisher nachts Kleinbusse die Fahrgäste bis zur Haustür bringen. Denkbar sei auch, dass die Busse nur nach telefonischer Anmeldung verkehren, um so Fahrzeugeinsätze zu sparen. Tages- und Nachtlinien sollen künftig gleiche Liniennummern und Streckenführungen haben, teilte Krautzberger mit. Dadurch könnten Fahrgäste das Angebot besser verstehen. Laut BVG steigt auch die Reisegeschwindigkeit. Zugleich verbessere sich die Anbindung der Innenstadt. So seien der Potsdamer Platz und die Friedrichstraße künftig 24 Stunden per U-Bahn erreichbar - was diesem Verkehrsmittel einen Imagegewinn verschaffe.Die Planungen für das neue Nachtnetz seien "noch nicht abgeschlossen", sagte Krautzberger. Es sei in Berlin nicht daran gedacht, wie in anderen Städten nachts Fahrpreiszuschläge zu verlangen. Die nächtlichen Fahrplantakte sollen sich ebenfalls nicht verändern, hieß es in der BVG. So werden die U-Bahnen alle 15 Minuten und die Straßenbahnen alle 30 Minuten rollen.Die BVG will ihr neues Nachtangebot anders finanzieren: Zum einen sollen zwischen Ruhleben und Theodor-Heuss-Platz weniger U-Bahnen fahren. Zum anderen sollen Linien, die nicht rund um die Uhr betrieben werden, ihren Betrieb am Sonnabend später aufnehmen - die U-Bahn eine Stunde, die Tram eine halbe Stunde später. (pn.)