Im U-Bahnhof Museumsinsel halten die Züge unter blauen Gewölben, die mit ihren vielen Lichtern an einen Sternenhimmel erinnern. Im U-Bahnhof Unter den Linden fahren die Reisenden auf einer der längsten Rolltreppen Berlins durch eine Halle. Im U-Bahnhof Berliner Rathaus lassen Dachöffnungen viel Tageslicht hinein. "An der Verlängerung der U-Bahn-Linie 5 wollen wir U-Bahnhöfe bauen, auf die auch die kommenden Generationen stolz sein können", sagte die Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD), als sie am Freitag die endgültigen Entwürfe vorstellte. Bevor jedoch 2017 der Zugbetrieb beginnt, wird die historische Mitte zu einer Großbaustelle. Zudem wurde bekannt, dass die neue U-Bahn viel teurer wird als geplant.Die rund 3,9 Kilometer lange Neubaustrecke, mit der die U 5 über den Alexanderplatz hinaus verlängert wird, entsteht in zwei Etappen. "Das erste Teilstück, die U 55 vom Brandenburger Tor zum Hauptbahnhof, nehmen wir am 8. August dieses Jahres in Betrieb, sagte Andreas Sturmowski, Chef der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG). Lange hieß es, dass auf der 1,8-Kilometer-Kurzstrecke zur Fußball-WM 2006 der Verkehr starten sollte. Doch Grundwassereinbrüche trugen dazu bei, dass sich der Bau der vorläufigen Endstation am Hotel Adlon hinzog.Ein Ost-West-ProjektFür die Schließung der fast 2,2 Kilometer langen Lücke zwischen dem Alexander- und dem Pariser platz gehen die Arbeiten nächstes Jahr in die Vollen. Im Herbst wird auf dem Marx-Engels-Forum die Grube ausgehoben, von der aus eine Schildvortriebsmaschine aufbrechen wird, um die Tunnelröhren zu bohren. "Dann beginnt auch der Bau der U-Bahnhöfe", sagte Projektleiter Carsten Liebich. Junge-Reyer setzte gegen die BVG durch, dass Architekten betraut werden. "An diesen herausragenden Orten brauchen wir eine hohe Qualität", bekräftigte sie.Sturmowski kündigte an, dass die U 5 von Ende 2015 an bereits zur neuen Station Berliner Rathaus fahren soll. Für sie hat der Berliner Architekt Oliver Collignon breite "Lichtschlitze" in der Decke vorgesehen. Dadurch könne zwar auch Regenwasser in den Bahnhof dringen - "doch die Entwässerungsanlagen werden großzügig dimensioniert", sagte er.Bei seinem Entwurf für den U-Bahnhof Museumsinsel ließ sich Max Dudler von einem Bühnenbild inspirieren, das der Baumeister Karl Friedrich Schinkel einst für Mozarts "Zauberflöte" gemalt hat. "Die Gewölbe mit dem Sternenhimmel werden bis zu zehn Meter hoch", so Liebich. Die Station in 16,50 Meter Tiefe, die keine Verbindung zum nebenan geplanten Schloss erhält, entsteht wie der Bahnhof Brandenburger Tor in einem Eisblock - das hält das Grundwasser in Schach. Ingrid Hentschel und Axel Oestreich aus Berlin zeichnen für den neuen U-Bahnhof Unter den Linden verantwortlich, in dem Fahrgäste zur U 6 umsteigen können. "Der U-5-Bahnsteig wird sich in rund 25 Meter Tiefe befinden", sagte Liebich. Wie im Keller muss sich dort aber niemand fühlen: Die Züge halten in einer großzügigen Halle, eine Lichtdecke spendet Helligkeit.Die neue U-Bahn verbessere nicht nur die Verbindung zur Museumsinsel und zum Schloss, so Junge-Reyer. Das Projekt sei auch ein Ost-West-Thema: "Es ist wichtig für das weitere Zusammenwachsen Berlins." Stadtgebiete wie Hellersdorf und Friedrichsfelde seien ab 2017 besser erreichbar.Dies alles lassen sich der Bund und Berlin viel Geld kosten. Bisher hieß es, dass für die U-5-Verlängerung rund 665 Millionen Euro aufzuwenden sind. Am Freitag machte die BVG eine neue Rechnung auf: Die U 55 kostet 320 Millionen Euro. Für die zweite Etappe werden nun 433 Millionen Euro veranschlagt - das macht insgesamt 753 Millionen Euro, also rund 90 Millionen mehr als bisher geplant.Das liege nicht an der Bahnhofsgestaltung, hieß es. "Die bisherige Kostenplanung war zwölf Jahre alt", so Sturmowski. "Durch Umplanungen konnten wir aber einen Teil der Steigerungen auffangen." Junge-Reyer hofft, dass sich die Kosten weiter drücken lassen. Aber auch sie steht hinter dem Projekt: "Wir erwarten bis zu 155 000 Fahrgäste pro Tag - davon rund 40 000 Umsteiger vom Auto."------------------------------Karte: Verlängerung der U-Bahnlinie 5 in Mitte------------------------------Foto: So soll der U-Bahnhof Unter den Linden aussehen. Zwölf Meter hohe Fahrtreppen führen von der U 5 nach oben.Foto: Viele Lichter erstrahlen im U-Bahnhof Museumsinsel, der sich unter dem Spreekanal am Schloss erstreckt.Foto: Hell wird auch der U-Bahnhof Berliner Rathaus sein. Dort soll der Zugbetrieb schon im Jahr 2015 beginnen.