GRUNEWALD. Nachdem der Senat am Dienstag die Planungen für den Teufelsberg geändert hat, verhandelt jetzt der Liegenschaftsfonds mit der Kölner Investorengemeinschaft Teufelsberg KG (IGTB) über einen Rückkauf des Grundstücks. Denn Berlin möchte den Teufelsberg renaturieren. Voraussichtlich soll das Gelände wieder aufgeforstet und in das Landschaftsschutz- und Erholungsgebiet Grunewald integriert werden. Ob die ehemalige Abhörstation der Alliierten dabei abgerissen wird, ist derzeit unklar.Doch die Rückabwicklung des Kaufvertrages für das 4,7 Hektar große Gelände dürfte für den Senat schwierig werden. Denn auf dem Grundstück lastet eine Grundschuld von 33 Millionen Euro. Diese wurde in den Jahren 1997 bis 2000 eingetragen. Hauptgläubiger ist die Rheinische Hypothekenbank, jetzt Eurohypo. "Das Geld liegt nicht mehr auf der Bank. Wir haben es seit 1992 in das Teufelsberg-Projekt für Gutachten, Planungen und Entwürfe gesteckt", sagte gestern Hanfried Schütte, einer der Investoren. Die IGTB hatte das Gelände 1996 für 2,65 Millionen Euro vom Senat erworben, um dort ein Fünf-Sterne-Hotel, ein Tagungszentrum und ein Spionagemuseum zu errichten. Gebaut wurde aber nie.Das Land Berlin will das Grundstück jetzt "aber nicht um jeden Preis zurückkaufen", sagte Matthias Kolbeck, Sprecher von Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD). Wenn überhaupt, dann könne es nur eine "lastenfreie Übertragung" geben. "Wir werden nicht für die Schulden aufkommen, die der Investor gemacht hat", sagte Kolbeck. Nach Informationen der Berliner Zeitung sind im Kaufvertrag von 1996 bereits Rückkaufoptionen des Landes vereinbart. So soll die Rückkaufsumme mindestens 20 Prozent unter dem Verkaufspreis, also bei rund 2,1 Millionen Euro liegen.Die Investorengemeinschaft sieht die Schuld für die gescheiterte Investition beim Senat. Dieser hatte die Baugenehmigung im Vorjahr nicht noch einmal verlängert. "Dabei hatten wir sogar einen Betreiber für ein Tagungs- und Kongresshotel", sagte Schütte. Gespräche mit der Stadtentwicklungssenatorin seien abgelehnt worden. "Die gehen mit Investoren um wie mit Schlachtvieh", sagt er.Über diese Darstellungen sind die Grünen im Abgeordnetenhaus nur verwundert. "Wir haben von Anfang an gesagt, dass ein Bauvorhaben auf dem Teufelsberg wegen der hohen Erschließungskosten für Wasser, Abwasser, Gas und Strom nicht wirtschaftlich umzusetzen ist", sagte gestern die stadtentwicklungspolitische Sprecherin Claudia Hämmerling. Sie fordert den Senat auf, dafür zu sorgen, dass der Teufelsberg ein grünes Gelände bleibt. "So weit gehen unsere Überlegungen nicht, wir müssen erst einmal das Grundstück zurückhaben", sagt Petra Rohland, Sprecherin der Stadtentwicklungsverwaltung.------------------------------Höchster BergAufgeschüttet: Der Teufelsberg wurde von 1950 bis 1972 aus 26 Millionen Kubikmeter Trümmern errichtet. Er und der Große Müggelberg sind mit je 115 Metern die höchsten Berge Berlins.Abgehört: Amerikaner und Briten betrieben auf dem Teufelsberg bis 1992 eine Abhörstation. Damit wurde der Funkverkehr in Osteuropa überwacht.Aufgegeben: 1996 wurde das Gelände an Investoren verkauft. Ein Hotelkomplex sollte dort bis 2001 entstehen. Daraus wurde nichts. Jetzt soll der Teufelsberg ein Waldgebiet bleiben.------------------------------Foto : Die alte Abhörstation der Alliierten steht noch auf dem Teufelsberg. Alle Neubaupläne erwiesen sich als Flop.