Die Charité mit ihren Standorten in Mitte (Klinikum Charité), in Steglitz (Uniklinikum Benjamin Franklin) und Wedding (Klinikum Rudolf Virchow) schreibt tief rote Zahlen. Im vergangenen Jahr machte die neue Klinikgesellschaft nach einer ersten Bilanz rund 53 Millionen Euro Verlust. Dies teilte Wissenschaftssenator Thomas Flierl (PDS) in der Nachtsitzung des Hauptausschusses am Donnerstagmorgen mit.Die Opposition forderte den Senat auf, der Charité finanziell zu helfen. Die Grünen und die FDP befürchten, dass die Klinikgesellschaft ohne finanzielle Entlastung direkt in die Pleite steuert. "Wie die Krankenhausgesellschaft Vivantes", sagte der Grünen-Abgeordnete Oliver Schruoffeneger. Denn die Charité, die als neue Gesellschaft im letzten Jahr gegründet wurde, hat derzeit rund 220 Millionen Euro an Eigenkapital. Dieses benötigt sie, um für die Altersversorgungen Rückstellungen in Höhe von 95 Millionen Euro zu bilden. Wenn sie nun, wie vom Senat verlangt, auch das 53-Millionen-Euro-Defizit mit ihrem Eigenkapital ausgleichen muss, bleiben nur noch 72 Millionen Euro übrig. Doch es gibt noch mehr Risiken, wie auch Flierl bestätigte. So müssen die Gebäude dringend saniert werden, die Kosten dafür werden auf eine dreistellige Millionen-Summe geschätzt. Durch die Einführung der Fallkosten als neue Berechnungsgrundlage erwartet die Charité 15 Prozent weniger an Erlösen. "So schnell kann man gar nicht sparen, wie die Einnahmen wegbrechen", sagte der FDP-Abgeordnete Martin Matz. Schon in ein oder zwei Jahren werde die Charité pleite sein und Millionen-Hilfen vom Senat benötigen. Der Senat sieht dies anders. Er hat keine Finanzhilfen in den Haushaltsplan eingestellt. (cri.)