PRENZLAUER BERG. Rund um den Kollwitzplatz verschwinden die letzten Zeugnisse der DDR: die typische Straßenbeleuchtung mit Masten aus Beton und einer runden Glasverkleidung an der Spitze. "Die Masten haben ihre wirtschaftliche Lebensdauer längst überschritten", sagt Heike Klumpe von der Firma Nuon Stadtlicht, die im Auftrag des Senats für die Straßenbeleuchtung in Berlin zuständig ist. Manche Lampen sind älter als 30 Jahre, gelten nicht mehr als standsicher und verbrauchen viel Strom.Neben den alten DDR-Lichtmasten stehen bereits rund um den Kollwitzplatz und in den angrenzenden Straßen die neuen Laternen im Altberliner Stil. Sie tragen Namen wie Schinkelleuchte und Bischofsstab, die Masten sind noch verkleidet, Bögen und Leuchten fehlen noch. Bis zum Jahresende sollen 227 neue Straßenlaternen aufgestellt werden. Die alten DDR-Lampen haben dann ausgedient und werden abgebaut.Künftig leuchten die neuen Lampen in einem gelben, warm wirkenden Farbton. Zudem haben die Glühlampen eine höhere Lichtstärke, verbrauchen aber weniger Strom. Auch die Reinigung soll billiger werden, denn das Licht ziehe weniger Insekten an, heißt es.Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung zahlt etwa 800 000 Euro für die neuen Leuchten. Ursprünglich sollten es einfache Lampen sein, jetzt sind sie Altberliner Leuchten nachempfunden. "Die Laternen sollen zum historischen Erscheinungsbild des Kollwitzplatzes passen", sagt Sprecherin Petra Rohland. Die Finanzierung wurde bereits 2004 bewilligt.Auch an anderen Plätzen und Straßen der Stadt zahlt der Senat viel Geld für neue Straßenleuchten. So werden zurzeit die 205 historischen Kandelaber an der Karl-Marx-Allee in Friedrichshain saniert. Für den denkmalgerechten Nachbau der Lampen zahlt der Senat vier Millionen Euro.------------------------------Hauptstadt der GaslaternenIn Berlin gibt es 186 000 Elektro- und 43 908 Gaslaternen. 4 781 Gaslaternen sollen an historischen Orten erhalten bleiben, die anderen werden auf Strom umgestellt. Mehr Gaslaternen gibt es in keiner anderen Stadt Europas.Der Senat ist seit Juli 2006 wieder für die Straßenbeleuchtung zuständig. Zuvor hatte sich der Bezirk Mitte darum gekümmert. Für Wartung und Pflege zahlt der Senat jährlich 9,1 Millionen Euro an die Firma Nuon Stadtlicht.Ein Gaslaternenmuseum unter freiem Himmel ist am S-Bahnhof Tiergarten zu besichtigen. Die historischen Lampen stammen aus 25 Städten, die älteste ist 180 Jahre alt. Nuon, Wall und Gasag haben das Museum im Juni 2006 saniert.------------------------------Foto: Moderne Leuchte auf alt getrimmt - "Bischofsstab" am Kollwitzplatz.