Senat zahlt kein Platzgeld an Anthroposophen: Wald-Kita droht aus Geldmangel die Schließung

WILMERSDORF. Kaum ein Kitagebäude in Berlin liegt so lauschig wie der Waldkindergarten am Postfenn an der Havelchaussee 104: mitten im Wald, nicht weit vom Havelufer. Seit Juni 1998 hat der "Verein zur Förderung der Waldorfschule Berlin Südost e.V." die Zulassung der Senatsjugendverwaltung für eine Kita erhalten. Doch die Zusicherung für Platzgelder steht bis heute aus. "Wenn wir sie nicht bald bekommen, können wir wieder dichtmachen", sagt Vorstandsmitglied Tilmann Wacker.Das Gebäude gehört dem Bezirk, das Gelände der Forstverwaltung. Insgesamt 10 000 Mark Miete muß der Verein an die beiden Institutionen monatlich bezahlen. Zudem haben Anthroposophen inzwischen rund 50 000 Mark in die Renovierung des Hauses gesteckt. Trotz der fehlenden Platzgeld-Zusicherung werden seit August zehn Kinder, hauptsächlich aus Charlottenburg und Spandau, von zwei Erziehern betreut. 160 Mark müssen die Eltern pro Monat dafür bezahlen. Bisherige Kosten und Defizite hat der Verein getragen. Doch dem geht Wakker zufolge bald die Luft aus, wenn das Land keine Fördermittel beisteuert. "Interessenten gibt es genug, aber viele Eltern wollen uns ihre Kinder nicht schicken, wenn wir nicht wissen, wie die Plätze künftig finanziert werden."Bei der Senatsjugendverwaltung sieht man die Angelegenheit ganz anders: "Es gibt trotz einer Zulassung keinerlei Rechtsanspruch auf Platzgelder", sagt Sprecherin Rita Hermanns. "Unser Topf ist schlicht leer. Kein neuer Träger hat derzeit eine Chance, Geld für Kitaplätze zu bekommen." Die Wilmersdorfer Jugendstadträtin will den Standort am Postfenn für eine Kindertagesstätte erhalten: "Daß der Senat nicht zahlt, ist für mich ein Ding fürs Tollhaus." (caro.)