Er ist gerade mal 15 Jahre alt und steht schon wegen schweren Menschenhandels vor Gericht. Drei Wachtmeister, seine Anwältin und der psychiatrische Gutachter versuchten ihn vor dem Prozess vor den Fotografen abzuschirmen. Sein Strafregister hat den Jugendlichen bekannt gemacht. "Deutschlands jüngster Zuhälter" wurde Sven in den bunten Blättern genannt. Er stand am Dienstag gleich wegen einer Serie von erheblichen Straftaten vor einem Jugendschöffengericht. Er soll seine 21-jährige Freundin durch Misshandlungen und Drohungen gezwungen haben, auf den Straßenstrich zu gehen. Die etwa 7 000 Euro, die sie verdiente, nahm er ihr den Ermittlungen zufolge ab. Er soll im August und September 2003 eine 16-Jährige vergewaltigt und eine Elfjährige sexuell missbraucht haben. Ihm wird der Diebstahl eines BMW vom Gelände eines Autohandels vorgeworfen. Und er ist außerdem wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis, gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr, wegen Widerstandes gegen Polizeibeamte, Körperverletzung, Hausfriedensbruchs, Beleidigung und wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz angeklagt. Ein früherer Freund erzählte auf dem Flur, dass er und Sven "aus Langeweile und in Bierlaune" das Auto gestohlen hätten.Sven wuchs in Heimen auf, aus denen er immer wieder ausbrach. Er klaute Autos, schaffte auf dem Straßenstrich am Bahnhof Zoo an. Dort soll sich dann auch seine Freundin aufgehalten haben. Im September wurde Sven verhaftet und in die Untersuchungshaftanstalt für Jugendliche Kieferngrund gebracht. Für den Prozess wurde ein umfangreiches psychiatrisches Gutachten in Auftrag gegeben. Der Prozess selbst läuft bis zum 17. Februar und findet un- ter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. (sd.)