Showdown vor Gericht: BERLINER KRIMINAL-THEATER "Die Mausefalle" und "Zeugin der Anklage" von Agatha Christie

Agatha Christie und Marlene Dietrich - zwei starke Frauen und Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts - bilden den äußeren Rahmen der nächsten Premiere im Berliner Kriminal Theater. "Zeugin der Anklage" (Witness for the Prosecution) - ein Kriminalstück von Agatha Christie (aus dem Englischen übertragen von Charles Regnier) wurde am 28. Oktober 1953 - ein Jahr nach der "Mausefalle" - in London mit großem Erfolg uraufgeführt. Agatha Christies Agent hatte sie nach der spektakulären Publikumsresonanz der "Mausefalle" bedrängt, ihre Kurzgeschichte "Witness for the Prosecution" für das Theater zu dramatisieren.Aus Angst vor den ausführlichen Gerichtsszenen weigert sich Agatha Christie zunächst, beginnt die Arbeit dann aber doch während eines Urlaubs in Bagdad. Nach sechs Wochen liegt das Manuskript vor. "Es ist dasjenige von meinen Stücken, das mir selbst am besten gefällt", schreibt sie in ihrer Autobiografie. Den verblüffenden Schluss, auf dem sie besteht ("... sonst hätte ich der Aufführung des Stückes nicht zugestimmt"), findet der Agent derart unglaubhaft, dass er meint, die Zuschauer würden das niemals akzeptieren. Doch die Autorin bestand darauf und hat absolut Recht behalten. Die Londoner Premiere ist die einzige "... von der ich mit Recht sagen kann, dass ich sie genossen habe". Als sich der Vorhang nach ihrem Schluss senkt, verbeugen sich die Schauspieler in Richtung ihrer Loge, und die Zuschauer verlangen stürmisch nach der Autorin. Wie bei der "Mausefalle" funktioniert erneut die magische Abmachung zwischen Publikum und Autorin, den Ausgang des Stückes nicht zu verraten. In New York zeichnen die Kritiker "Zeugin der Anklage" mit dem Prädikat "Bestes ausländisches Theaterstück des Jahres1954" aus. Zwei Jahre lang läuft es erfolgreich am Broadway. 1957 verfilmt in den USA Billy Wilder den Stoff.Agatha Christie lernt bei den Dreharbeiten die damals schon legendäre Marlene Dietrich kennen. Beide Frauen vereint, dass sie, jede auf ihre Art, gegen die Naziherrschaft gekämpft haben. Die Hauptdarsteller Marlene Dietrich, Tyrone Power und Charles Laughton machen den Film zu einem einzigartigen Hollywood-Erfolg. Er gilt als die anspruchsvollste Christie-Verfilmung.Dieser Tage gedenken wir des 100. Geburtstages von Marlene Dietrich, die mit der Rolle der Christine Vole weltweit Aufsehen erregte. Die Story: Alle Beweise sprechen gegen Leonard Vole! Er ist angeklagt, eine reiche ältere Dame ermordet zu haben. Er hätte auch ein gutes Motiv ... Wie unglaublich oft die Wahrheit klingt, weiß ein so erfahrener Anwalt wie Sir Wilfried Robarts genau. Deshalb glaubt er dem Angeklagten. Wie gern die Menschen oft das Unwahrscheinliche glauben, weiß auch eine so erfahrene Frau wie Christine, die Ehegattin Leonards. Die ziemlich aussichtslose Lage des Angeklagten reizt den Strafverteidiger Sir Wilfrid, den Fall zu übernehmen. Völlig überraschende Wendungen und unvorhersehbar auftauchende Indizien im Prozessverlauf machen sogar diesem alten Anwaltsfuchs erheblich zu schaffen. Am Ende kommt es zum Showdown im Gerichtssaal!Zeugin der Anklage von Agatha Christie.Regie: Wolfgang Rumpf, Ausstattung: Manfred Bitterlich, mit Angela Hobrig, Andreas Dilschneider, Günter Zschäckel, Kaspar Eichel, Joachim Kaps, Tom Deininger, WolfgangRumpf/Alexander Wikarski, Anette Felber, Victoria Madincea u. a.Voraufführungen am 27. , 28. & 30. Januar, Premiere am 31. Januar, 20 Uhr.Die Mausefalle von Agatha Christie.Regie: Wolfgang Rumpf, 1. , 9. bis 13. , 17. bis 20. & 24. -26. Januar.Ebenfalls aus dem Krimi-Repertoire: Gefährliche Besessenheit von Norman J. Crisp. Regie: Wolfgang Rumpf, 5. , 6. , 8. , 15. & 16. , 22. & 23. Januar.Kartentelefon: (030) 47 99 74 88 www. kriminaltheater-berlin. de BARBARA KÖPPE "Zeugin der Anklage" mit Angela Hobrig, Wolfgang Rumpf und Günter Zschäckel.