BERLIN, 23. Februar. Tilly hält eilfertig eine Nagelfeile in der Hand, betrachtet die spröden Spülhände einer gestressten Hausfrau und fragt: "Haben Sie Bäume gefällt?" Sie empfiehlt Palmolive zur Pflege. Man sieht die Hand der Kundin, die in einem Schälchen voller Spülmittellauge ruht und erschrocken zurückgezogen wird, als Tilly sagt: "Sie baden gerade Ihre Hände darin." Beruhigend schiebt Tilly die Hand wieder in die Schüssel. Alles wird gut. Palmolive wird es richten.Keine Frage, die Reklame war absurd. Trotzdem hat diese Szene aus der Palmolive-Werbung der Hauptdarstellerin Jan Miner einen Platz im Olymp der Werbe-Ikonen gesichert. Miner ist, wie jetzt bekannt wurde, am 15. Februar in Bethel (Connecticut) gestorben.Von 1966 bis 1992 spielte Jan Miner, die 1917 in Boston geboren wurde und in New York lebte, ihre Werberolle - und zwar mit Leidenschaft. Broadway und Shakespeare- Festivals, bei denen sie auch auftrat, waren nichts gegen dieses "Geschenk des Himmels", wie sie einst schwärmte. Ebenso wenig ihr letzter Hollywood-Auftritt in der Komödie "Meerjungfrauen küssen besser" von 1992. Und noch heute wird in Internet-Chats heißblütig über die Frage diskutiert, was zig Frauen über ein Vierteljahrhundert lang dazu bewegt hat, ihre Hand unaufgefordert in eine Schale mit Seifenlauge zu tunken. (com.)Foto: Spülen für schöne Hände: Werbe-Ikone Tilly (Jan Miner) mit Kundin.