So gibt sich Til Schweiger als Herzensbrecher in der Komödie "Wo ist Fred?": Stumm und lahm

Ein Mann macht seiner Angebeteten während eines Basketballspiels einen Heiratsantrag und kniet dabei auf einer Bratwurst. Wenn ein Film so anfängt, sollte man besser gleich aus dem Kino fliehen. Wer bleibt, erfährt, dass der Mann (Til Schweiger) Fred heißt und von Beruf Polier ist. Seine Zukünftige ist eine Schicki-Micki-Schnecke, die auf Männerschweiß steht, daher ihre Vorliebe für Bauarbeiter. Trotz Bratwurst könnte das Proll-Idyll perfekt sein, wäre da nicht der kleine Sohn der Braut, ein Satansbraten, der Fred zwingt, ihm einen von Alba Berlin-Star Mercurio Müller signierten Ball zu besorgen.Das Schwierige an dieser Aufgabe: Müller pflegt seinen Ball nur auf die Behindertentribüne zu werfen. Also organisiert Fred einen Rollstuhl und lässt sich von seinem Kumpel Alex (Jürgen Vogel) dahin kutschieren. Dort wird die Werbefilmerin Denise (Alexandra Maria Lara) auf den telegenen Fred aufmerksam und will ihn zum Star ihres Image-Films für Alba Berlin machen. Widerspruch ist unmöglich, auch weil Alex Fred für stumm erklärt hat. Denn Alex will selbst bei dem Film mitmachen. Verwechslungen sind vorprogrammiert.Anno Sauls ("Kebab Connection") neue Komödie "Wo ist Fred?" wartet gelegentlich mit tränentreibender Situationskomik auf. Zumeist allerdings setzt sie auf billige und sattsam bekannte Gags: So durchlebt Fred im Rollstuhl eine wahre Bruchlandungsodyssee, wird von der Pflegerin im Behindertenheim begrapscht und ist mit zwei Frauen zur selben Zeit im gleichen Café verabredet. Denn natürlich entflammt Fred bald für die gutherzige Denise und die auch für ihn: Wen stört schon, dass ein Mann weder gehen noch sprechen kann, wenn er aussieht wie Til Schweiger!So wenig einfallsreich wie die Story ist die Besetzung: Schweiger als simpler Herzensbrecher, Lara als sanftes Rehauge und Vogel in der Rolle des Sprücheklopfers hat man schon all zu oft gesehen. Und damit niemand auf den Gedanken kommt, hier werde auf Kosten von Behinderten gelacht, sind Vorzeige-Behinderte wie "Marienhof"-Schauspieler Erwin Aljukic mit von der Partie. Die deutsche Komödie zeigt sich mit "Wo ist Fred?" mal wieder von ihrer schlichten Seite.Wo ist Fred? Dtl. 2006. Regie: Anno Saul, Drehbuch: Cinco Paul & Ken Daurio, Kamera: Peter Nix, Darsteller: Til Schweiger, Jürgen Vogel, Alexandra Maria Lara u.a.; 107 Minuten, Farbe.