- Licht sorgt nicht allein für Helligkeit, sondern trägt wesentlich dazu bei, ob es in einem Raum behaglich ist. Es schafft auch eine Spannung zwischen Raumarchitektur und Interieur. Gutes Licht hängt jedoch nicht allein vom Design der Leuchte ab, sondern ebenso von ihrer Platzierung im Raum, von der geeigneten Lampe, ihrer Lichtfarbe und der gewünschten oder erforderlichen Lichtmenge, so die Fördergemeinschaft Gutes Licht (FGL) in Frankfurt am Main. Aber allzu oft sind die Leuchten falsch platziert oder die ausgewählte Lichtquelle ist für den jeweiligen Bedarf ungeeignet. Detaillierte Planung vor dem Einrichten oder Neugestalten einer Wohnung, so raten die Fachleute, erspart Enttäuschungen und mitunter kostspielige Nachbesserungen. Geklärt werden müssen vor allem drei Fragen: An welchem Platz wird Licht benötigt? Welchen Zweck soll es erfüllen? Wie hell muss es dafür sein? Die richtige Beleuchtung kennt dabei drei Funktionen: Sie dient der Grundorientierung (Grundbeleuchtung), sie unterstützt die Augen auch bei schwierigen Sehaufgaben (Platzbeleuchtung) und sie schafft Atmosphäre. Je nach Schwerpunkt muss die entsprechende Wahl getroffen werden. Um Reflexionen, die das Auge blenden, zu vermeiden, sollte man beim Kauf darauf achten, wohin das Licht abstrahlt und in welche Richtung es durch das Gehäuse gelenkt wird. Flood bezeichnet beispielsweise eine breit stahlende, flächige Beleuchtung. Sie ist besonders für die Grundausleuchtung geeignet. Eine indirekte, von der Decke hängende und an die Decke strahlende Beleuchtung ist zum Beispiel für das Wohnzimmer empfehlenswert. Eine blendarme, lichtstreuende Lampe, die von oben erhellt, lässt Stolperfallen wie Teppichkanten, Absätze oder Treppen besser erkennen. Ein Strahler mit eng gebündeltem Licht und flachem Lichteinfall dagegen zeichnet die Gefahrenstelle nur schwach ab. Dekorative Steh-, Hocker- oder Pendelleuchten mit großflächigen Schirmen können zusätzliche optische Akzente setzen. Beim Arbeiten und Lesen am Schreibtisch sollte das Licht von der Seite kommen. So wird das Auge weder direkt noch indirekt - also durch Reflexion - geblendet. Die Lichtquelle muss aber gut abgeschirmt sein. Längliche Leuchtstoff- oder Kompaktleuchtstofflampen erhellen eine größere Fläche als Glühlampen. Damit das Leselicht auf die individuellen Bedürfnisse eingestellt werden kann, empfehlen die Experten dreh- und schwenkbare Leuchten. Wenn die Leseleuchte mit Niedervolt-Halogen-Glühlampen bestückt ist, sollte diese einen breiten Ausstrahlungswinkel haben, damit das Licht gleichmäßig auf die Lektüre fällt. Lampen mit sehr guter Farbwiedergabeeigenschaft (Stufe 1A oder 1B) wie Halogen-Glühlampen oder Energiesparlampen sorgen für leichte Lesbarkeit und die naturgetreue Wiedergabe farbiger Illustrationen. Eine interessante Alternative zu einem speziellen Leselicht sind Stehleuchten mit Doppelfunktion: Ein schwenkbarer Arm - beispielsweise ausgestattet mit einem zierlichen Halogenlicht - ermöglicht die exakte Ausrichtung auf die Lektüre, während ein Deckenfluter vorwiegend indirektes Licht spendet und die Umgebung erhellt.Spots sorgen für eng gebündelte, punktgenaue Anstrahlung. Damit lassen sich gut Lichtakzente setzen. Sollen Wandbilder durch Lichtspots in den Blickpunkt gerückt werden, ist es ratsam, den Strahler so nah wie möglich an der Wand zu befestigen, damit das Licht flach reflektiert und so am Auge des Betrachters vorbeigelenkt wird. Damit es den angestrahlten Materialien nicht zu heiß wird, nennen die Hersteller für Strahler und Leuchten mit Strahlercharakteristik einen Mindestabstand. Kaltlicht-Reflektoren geben nach vorne zwei Drittel weniger Wärme ab und eignen sich deshalb zum Anstrahlen wärmeempfindlicher Materialien. Im Badezimmer, wo das Gesicht vor dem Spiegel bis ins Detail gleichmäßig ausgeleuchtet werden soll, sind Lampen längs beider Seiten des Spiegels am besten. Die bisher übliche Lichtquelle oben am Rand des Spiegels lässt die Halspartie im Dunkeln, was z. B. beim Rasieren gefährlich werden kann. An der Decke angebracht, erzeugt sie Schatten.Neben der Verteilung der Leuchten im Wohnraum ist für das Wohlgefühl die Farbcharakteristik des Lichtes wichtig. Glühlampen, Niedervolt- und Halogenglühlampen sowie Energiesparlampen spenden ausschließlich warmweißes Licht. Bei der Lichtfarbe von stabförmigen Leuchtstoff- und Kompaktleuchtstofflampen stehen zusätzlich Neutralweiß oder Tageslichtweiß zur Auswahl. In Wohnräumen sollte jedoch ausschließlich Warmweiß verwendet werden, weil nur diese Beleuchtung als gemütlich empfunden wird. Zu grelles und zu gleichmäßiges Licht ist dagegen eintönig und schafft schnell die Atmosphäre eines Bahnhofwartesaals.Spiegelt sich beim Fernsehen eine Lampe im Bildschirm, wird das Auge gereizt. Alle Lichter auszumachen, also eine dunkle Umgebung des Fernsehers zu schaffen, wäre jedoch genauso falsch. Denn der Kontrast zwischen Bild und Hintergrund strapaziert das Sehorgan stark. Optimal ist deshalb, die Wand hinter dem TV-Gerät zu erhellen, ohne dass die Lampe ins Blickfeld gerät. Vermieden werden sollte generell jegliche Art von Blendung. Deshalb ist es empfehlenswert, das Licht so anzuordnen, dass der Übergang vom Hellen ins Dunkle möglichst sanft verläuft.Wichtig ist auch die Beleuchtungsstärke. Mit zunehmendem Alter lässt die Sehkraft nach. Ältere Menschen brauchen deshalb eine höhere Beleuchtungsstärke als Jugendliche, um den gleichen Eindruck von Helligkeit zu bekommen. Bei einem Sechzigjährigen muss sie beispielsweise mehr als doppelt so hoch wie bei einem Jugendlichen sein.FÖRDERGEMEINSCHAFT GUTES LICHT Lampen auch im Schlafzimmer, überall da, wo gezieltes Licht erwünscht ist.

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