Berlin - Es ist die Phase der Vertrauensbildung, dabei hilft mitunter etwas Süßes. Den Linken wurde Kuchen serviert, für die Grünen gab es „knallgrüne Berliner“, wie Bettina Jarasch erzählte. Es waren zwar gefüllte Donuts und rote waren auch dabei, aber egal. Auf die Botschaft kommt es an. Die Grünen-Vorsitzende sendete am Mittwoch das gleiche positive Signal wie zuvor Linken-Chef Klaus Lederer, und dieses lautete: Michael Müller gibt sich Mühe.

Alle zufrieden

Die ersten Sondierungsrunden des Regierenden Bürgermeisters und SPD-Vorsitzenden zur Bildung einer rot-rot-grünen Koalition sind beendet, und offenkundig sind alle soweit zufrieden. Müller und Jarasch wirkten bei ihren kurzen Statements hinterher im Roten Rathaus ähnlich zugewandt wie Müller und Lederer am Vortag.

Beide lobten, wie „offen, klar und direkt“ (Müller) über Umgangs-, Finanz- oder Stadtentwicklungsfragen gesprochen wurde und was dabei für „ein gutes Gefühl“ (Jarasch) entstanden sei. Sie habe den Eindruck, hier könne sich eine „Kultur des gegenseitigen Etwas-Gönnen-Könnens“ entwickeln, sagte die Grünen-Chefin.

Ihr schwebe ein Bündnis gemeinsamer Erfolge vor, „natürlich mit einem Regierenden Bürgermeister an der Spitze“. Nachdem die Grünen vor der Wahl immer wieder betont hatten, wie wichtig ihnen „Augenhöhe“ sei und dass das alte „Koch-und-Kellner“-Problem mit der SPD beendet werden müsse, darf diese Anerkennung von Müllers Chefrolle schon fast als Umarmung gewertet werden.

Müller bedankte sich mit dem Satz: „Das ist nicht nur für die SPD ein Regierungsauftrag.“ Damit erkannte er die Augenhöhe der kleineren Partner an, nahm Linke und Grüne aber zugleich in die Verantwortung. Denn eines sei klar, sagte Müller: „Wir können die nächsten fünf Jahre nicht vertrödeln“. Jarasch nickte: „Wir müssen liefern.“

A100 vorerst ausgeklammert

Danach gefragt, ob die umstrittene Verlängerung der Autobahn A100 bis zur Storkower Straße besprochen worden sei, gab Müller Entwarnung: Alle wüssten, das müsse in dieser Wahlperiode nicht entschieden werden.

Dennoch werde die A100 in möglichen Koalitionsverhandlungen eine Rolle spielen. Noch ist es aber nicht soweit. Zunächst findet am kommenden Montag eine weitere Sondierung statt, und zwar zu dritt. Angesichts dieser Nachricht dürfte das Treffen mit der FDP an diesem Freitag schnell zu Ende sein.