Vermutlich im kommenden Frühjahr wird sie in Hamburg vor Gericht stehen. Die Vorwürfe gegen die Ex-Terroristin Soraya Ansari alias Souhaila Sayeh lauten u. a. auf Geiselnahme, Angriff auf den Luftverkehr und Mord. Die 42jährige wurde am Wochenende von Norwegen an Deutschland ausgeliefert, nachdem König Harald V. ein letztes Gnadengesuch abgelehnt hatte.Am 13. Oktober 1977 hatten vier Terroristen die Lufthansa-Maschine "Landshut" auf dem Weg von Mallorca nach Fankfurt in ihre Gewalt gebracht, um elf RAF-Mitglieder aus deutscher Haft und zwei in der Türkei festgehaltene Pälästinenser freizupressen. Als die Maschine schließlich in Mogadischu von einer Spezialeinheit des Bundesgrenzschutzes gestürmt wurde, starben drei der Entführer; Soraya Ansari wurde schwer verletzt. Einen Tag zuvor hatte der Anführer der Terroristen Flugkapitän Jürgen Schumann ermordet.Frau Ansari wurde von einem somalischen Gericht zu 20 Jahren Haft verurteilt, kam aber schon nach zwei Jahren unter ungeklärten Umständen frei. Über Bagdad ging sie nach Prag; 1983 lernte sie ihren Ehemann, einen palästinensischen Journalisten, kennen und folgte ihm nach Damaskus. 1990 wurden beide aus Syrien ausgewiesen, erhielten 1991 Asyl in Norwegen. Dort lebte das Paar unbehelligt mit seiner kleinen Tochter, bis Ende 1994 die wahre Identität der freundlichen Frau Sayeh ans Licht kam. Heute wird Soraya Ansari von norwegischen Journalisten als verzweifelt, als physisch und psychisch gebrochen beschrieben. Nach eigener Aussage bereut sie ihre Tat zutiefst und bittet alle Betroffenen um Verzeihung. Die Frau, die seit ihrer Verwundung an Krücken gehen muß, sieht sich als Soldatin in einem Krieg, der vorüber ist: "Ich wollte keinem Menschen weh tun. Ich war naiv " An der Entführung der Landshut-Maschine habe sie sich aus Engagement für ihre in elenden Flüchtlingslagern lebenden palästinensischen Landsleute beteiligt, erklärt die als Christin im Libanon Geborene. +++