Sotschi - Noch nie sind die Paralympics im russischen Fernsehen gezeigt worden, und nun übertragen gleich drei Stationen: rund 180 Stunden, in mehr als fünfzig Länder. „Das Eis brechen“, so lautete der Slogan der Eröffnungsfeier, den der Präsident Wladimir Putin als Zeichen gesellschaftlichen Wandels verstanden wissen möchte. Russlands Medien berichten ausführlich – über Spaß, Sport, Zusammenhalt. Millionen Zuschauer in aller Welt aber nehmen das als Propaganda wahr, mit Winterspielen, die im Land eines Aggressors ausgetragen werden.

Längst ist klar, dass der Vorstoß Putins auf der ukrainischen Halbinsel Krim die Paralympics fünfhundert Kilometer weiter östlich überschattet. Daher hatten die Olympischen Spiele für Menschen mit körperlicher Beeinträchtigung ihren vielleicht größten Moment schon kurz vor Beginn am vergangenen Freitag. Valerij Suskewitsch, Präsident der ukrainischen Paralympier, äußerte auf einer Pressekonferenz eine Stunde lang differenzierte Kritik an Putin. Auf russischem Boden ist das bemerkenswert, denn Suskewitsch ist im Hauptberuf Mitglied des ukrainischen Parlaments. Seine Mannschaft beweist nun durch viele Medaillen ihre Stärke. Vor den Kameras jubeln sie nicht, sondern wirken ernst und zielstrebig. Zu Hause erwartet sie eine ungewisse Zukunft, ihr modernstes Trainingszentrum liegt in Yevpatoria, an der Westküste der Krim.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzten Zugang zu allen B+ Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio.

1 Monat kostenlos.

Danach 9,99 € im Monatsabo.

Jederzeit im Testzeitraum kündbar.

1 Monat kostenlos testen

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.