Mit der Aufstellung prominenter Kandidaten zur Dundestagswahl will die PDS bundesweit Wählerstimmen gewinnen. Doch vor allem das Haufein der West-PDSier stellt sich quer."Ich betrachte den Auftrag, Kandidaten für die offenen Listen der PDS zu gewinnen, als erledigt und werde keine derartigen Gespräche mehr führen", teilte ein aufgebrachter Gregar Gysi seinen Genossen im Berliner Parteivorstand mit. Anlaß der Empörung: Der Umgang mit dem von ihm geworbenen Grafen Heinrich von Einsiedel.Schweres GeschützDie PDS-Kandidatur des Bismarck-Urenkels war auf dem Jüngsten Parteitag im März medlenwirksam präsentiert und von den Delegierten begeistert beidatscht worden. Er trete für die PDS in Bayern auf Platz eins der Landesliste an, teilte der 72jlhrige damals mit. Für einen Teil der PDS-Genossen In Bayern kein Grund zum Jubeln. Die führen vielmehr schweres Geschütz auf: Einsledels Erklärung, er sehe sich als "Deutsch-Nationaler" sei Verrat an den internatlonalistischen Idealen der PDS, der Graf für Linke nicht wählbar.Aber auch im Osten wird gegen Einsiedel Front gemacht. Dessen Interview-Außerung, "mit dem Ende der DDR ist Sozialismus in Deutschland erst möglich geworden", löste helle Empörung aus, vor allem bei der innerparteilichen Strömung Kommunistische Plattform. Der Tatbestand der "Annexion" der sozialistischen DDR sei nicht "in eine positive Tendenz umzulUgen" protestierte KPP-Mitglied Sahra Wagenknecht. Auf andere Kritiker, die Einsiedel wegen seiner Biographie gar mit Schönhuber und Dregger verglichen, reagierten Gysi und Parteichef Lothar Bisky ihrerseits mit dem Vorwurf der Borniertheit und Intellektuelienfeindlichkeit.Für Gysi ist klar, daß bei so unterschiedlichen Personen, die man auf den offenen Listen haben will, natürlich unterschiedliche Auffassungen existieren, auch zu der Frage, was die DDR war. Aber eine wirkliche Öffnung der Partei werde offenbar in einigen West-Landesverbänden nicht gewollt, vermutet er.Zwei ParteienVon seiner Seite gebe es daher für Veranstaltungen im Westen "keine Grundlage" mehr, teilte Gysi dem Parteivorstand mit. Er fühle sich mißbraucht -" er solle dort Säle füllen, bei der politischen Richtungsbestimmung jedoch nicht mitreden.Wie tief der Graben inzwischen ist, sprach Parteivize Wolfgang Gehrcke aus: Unter dem Dach der PDS agierten zwei Parteien. Weitere Auseinandersetzungen mit der DKPnahen Kommunistischen Plattform und sektiererischen Westlinken seien daher unausweichlich.Zwar fiel das Wort Parteispaitung noch nicht. Ehrenvorsitzender Hans Modrow warnte aber, bei Zuspitzung des Streites stehe die PDS-Exlstenz im Westen auf dem Spiel.