Im SPD-intern umkämpften Bezirk Mitte sind am Wochenende die Entscheidungen gefallen, wer zur Wahl 2011 antritt. Im Wahlkreis I (rund um den Weinbergspark) etwa verlor der ehemalige Senatssprecher Michael Donnermeyer (50) eine Kampfabstimmung als Direktkandidat gegen den Abgeordneten Markus Pauzenberger. Der 45-jährige Pauzenberger, derzeit sportpolitischer Sprecher der Fraktion im Landesparlament, setzte sich in der Delegiertenversammlung denkbar knapp mit 62 zu 60 Stimmen durch. Donnermeyer hatte seine überraschende Kandidatur im Frühjahr bekannt gegeben. Sprecher des rot-roten Senats war er von 2002 bis 2007, seitdem arbeitet er als Lobbyist der Energiewirtschaft.Auch die Abgeordnete Bilkay Öney (40), die 2009 von der Grünen-Fraktion zur SPD wechselte, hat wieder gute Chancen, ins Landesparlament zurückzukehren. Sie sicherte sich zwar keinen Wahlkreis, wurde aber als Spitzenkandidatin für Mitte auf Platz eins der Bezirksliste gewählt. Garantiert ist dabei nichts: Gewinnen alle sechs Direktkandidaten am 18. September 2011 ihre Wahlkreise, wird es eng für Öney, weil die Liste abhängig von den Zweitstimmen dann vermutlich nicht zum Zuge kommt.In Spandau gab es dagegen keine Überraschungen. In vier von fünf Wahlkreisen wurden Kandidaten aufgestellt, die schon 2006 ein direktes Mandat holten: Der Integrationspolitiker Raed Saleh, der Umweltexperte Daniel Buchholz, der innenpolitische Sprecher Thomas Kleineidam und die Arbeitsmarktexpertin Burgunde Grosse.