Mit Beschwerden über nächtlichen Kneipenlärm haben viele Bezirke Erfahrung. Während die offizielle Sperrstundenregelung lediglich die Zeit zwischen 5 und 6 Uhr früh als Schließzeit vorsieht, hängen die Ausschankzeiten in den mehr als 2 000 Biergärten der Stadt von der Toleranz der Anwohner und Behörden ab: Gibt es Beschwerden, sind die Ämter verpflichtet zu handeln - immer im Sinne der Anwohner. So gilt für den einstigen Szenekiez Prenzlauer Berg eine einheitliche Ausschankzeit: In der Woche gibt es bis 22 Uhr Bier im Freien, am Wochenende ist um 23 Uhr Schluss. Bei Beschwerden werden Wirt und Anwohner ins Amt geholt, wo sie ihr Problem ausdiskutieren. "Es gibt viel weniger Kritik von Anwohnern", sagt Umweltstadtrat Matthias Köhne (SPD).Auch in Tempelhof-Schöneberg wurden die Schankzeiten begrenzt. So ist an der Goltzstraße wochentags der Ausschank im Freien bis 22 Uhr erlaubt, am Wochenende bis 23.30 Uhr. Seither gibt es keine Beschwerden mehr. Eine ähnliche Regelung gilt laut Wirtschaftsamt seit etwa fünf Jahren auch für Kneipen am Victoria-Luise-Platz. (sk.,el.)