1. FC Magdeburg: Uwe Neuhaus als neuer Trainer beim Zweitligisten im Gespräch

Die Magdeburger Volksstimme hatte eine nette Idee. Sie bildete ein Roulette ab über dem die Fotos von Trainern kreisten. Uwe Neuhaus war auf einem zu sehen, der ehemalige Coach vom 1. FC Union Berlin und bei Dynamo Dresden. Auch Jens Keller war abgebildet, auch er ein ehemaliger Unioner. Und Marco Kurth, ebenfalls mit guten Aussichten, angeblich, schließlich war er mal Profi in dem Klub.

Nach der Entlassung von Jens Härtel beim Zweitliga-Aufsteiger 1. FC Magdeburg drehen sich die Spekulationen um dessen Nachfolge. Deshalb vielleicht die Idee mit dem Roulette, wobei ja bei dem Wort immer das Adjektiv „russisch" mitschwingt. Der 1. FC Magdeburg liegt in der Tabelle auf dem vorletzten Rang. Nach dem 2:3 gegen Jahn Regensburg war das Maß für die Verantwortlichen voll. Sechs Niederlagen bei sechs Unentschieden und nur einem Sieg kosteten Härtel den Job. Und schafften Platz für Gerüchte und einen Trainer mit Ambitionen. Der soll bereits an diesem Mittwoch in Magdeburg vorgestellt werden.

Dann fällt die Roulettekugel, die Aufregung im Umfeld des Vereins dagegen dürfte sich halten. Jens Härtel ist bei den Fans beliebt, weil er den Traditionsklub in nur vier Jahren von der Regionalliga Nordost bis in die Zweite Bundesliga führte und Hoffnung auf eine Renaissance weckte. „Den erfolgreichsten Trainer seit Heinz Krügel entlassen! Ihr werdet es noch bereuen“: Ein Transparent in der Nähe des Magdeburger Stadions verlieh Fußballvolkes Zorn Ausdruck und verdeutlichte, welche Erwartungen Härtels Nachfolger erfüllen muss, um die Anhänger des FCM zufriedenzustellen.

Protest im Internet

Auch in den sozialen Netzwerken artikulierten Magdeburger ihre Enttäuschung und attackierten die Klubführung um Geschäftsführer Mario Kallnik. „Das ist echt arm. Lieber wäre ich wieder in die 3. Liga mit JH gegangen. Da verkommt die hochgelobte DNA plötzlich zur Heuchelei“, war zu lesen. Kallnik sah nach eigenen Worten keine andere Möglichkeit als eine Trennung, sprach davon, dass eine „einstimmige Entscheidung in den Gremien“ gefallen sei. Von einer „offenen Analyse“ war die Rede.  „Wir müssen entscheiden, was für den Verein richtig ist“, sagte Kallnik gestern. Vielleicht wollte er dem von ihm zu präsentierenden neuen Trainer wenigstens etwas den Druck nehmen, jedenfalls ergänzte er: „Die gesamte Mannschaft ist gefragt.“

Härtels Nachfolger wird schon am Freitag bei einem Testspiel gegen den Drittligisten Eintracht Braunschweig auf der Bank sitzen. Nach der Länderspielpause steht dann die Zweitligapartie gegen Greuther Fürth an. Der Klub hat ein Glücksklee im Wappen. Wäre auch ein nette Idee für eine Fotomontage. (BLZ)