1. FC Union Berlin: Rechtsverteidiger Atsuto Uchida kommt vom FC Schalke 04 nach Köpenick

Berlin - Der Montag stand in Köpenick anfangs noch im Zeichen der Trauerbewältigung. Den 2:2-Ausgleich, den der 1. FC Union beim 1. FC Nürnberg erst in der Nachspielzeit hinnehmen musste, sorgte für einen etwas schweren Start in diese Woche. Zumal Grischa Prömel nach seinem Platzverweis zwei Spiele fehlen wird. Irgendwann überwog dann aber doch der positive Eindruck über die bislang beachtliche Frühform in dieser Saison. „Wir sind gut gestartet“, sagte Stephan Fürstner.

Um diesen Trend fortzusetzen und die Aufstiegsambitionen zu unterstreichen, hat sich der 1. FC Union personell noch mal verstärkt: Rechtsverteidiger Atsuto Uchida, 29 Jahre alt, kommt vom Bundesligisten FC Schalke 04 − zunächst mal bis zum Saisonende.

Platzhirsch Trimmel

Der Japaner wird den Konkurrenzkampf weiter ankurbeln. Mit 29 Einsätzen in der Champions League ist er natürlich weit mehr als nur eine Back-up-Lösung für Platzhirsch Christopher Trimmel. Was natürlich voraussetzt, dass Uchida seine gesundheitlichen Probleme endlich in den Griff bekommt.

„Verletzt zu sein, ist scheiße! Und zwei Jahre zu fehlen, das ist richtig scheiße!“ Das sagte Uchida vor gerade mal einem Monat. Hiermit offenbart sich die Ungewissheit, die mit der Verpflichtung des Japaners verbunden ist. Seinen letzten Bundesligaeinsatz für Schalke 04 bestritt er am 7. März 2015, danach plagte ihn eine komplizierte Patellasehnen-Verletzung im rechten Knie.

Tränen in Salzburg

Wie sehr Atsuto Uchida zuletzt gelitten hat, zeigte sich beim Europa-League-Spiel gegen RB Salzburg im Dezember. Für sechs Minuten stand er hier auf dem Fußballplatz, zum ersten Mal nach 21 Monaten Pause. Seine Augen waren glasig vor Rührung, endlich wieder ein richtiger Teil dieses Teams zu sein.

Wie schwer es den Königsblauen gefallen ist, sich von ihrem Publikumsliebling zu trennen, zeigt sich an folgender Aussage des Managers Christian Heidel: „Schalke 04 wird einen Atsuto Uchida niemals wegschicken.“ Weil er unter Coach Domenico Tedesco keine Rolle mehr spielte, der in der Dreierkette auf anderes Personal setzt, war es Uchidas ausdrücklicher Wunsch, nach Berlin zu wechseln.

Verehrt wie David Beckham

Wenn er nun seinen Neustart in Köpenick wagt, dürften sich die Unioner vor japanischen Fußball-Groupies in der Wuhlheide kaum retten können. Denn trotz seiner Verletzungen wird Uchida in seinem Heimatland noch immer wie ein Star verehrt.

Der japanische Fußballexperte Ryo Hiramatsu sagte dem Fußball-Internetportal goal.com während der Schalker Asienreise im Sommer: „Er ist der berühmteste Fußballer in Japan. Es ist keineswegs übertrieben zu sagen, dass er für Japaner eine Art Popstar ist. Er wird häufig als der japanische David Beckham bezeichnet.“

Union-Trainer Jens Keller ist ein Experte, wenn es darum geht, die Potenziale Uchidas zu wecken. Als er von 2012 bis 2014 den Revierklub coachte, schätzte er dessen kämpferische Fähigkeiten. Nicht umsonst erhielt er den Spitznamen Samurai. Der soll ihm helfen, die schweren letzten Monate vergessen zu lassen. Denn auch dieser Satz von ihm ist überliefert: „Gib’ niemals auf, du bist ein Samurai.“