Berlin - Eigentlich ist Valmir Sulejmani gekommen, um gleich wieder zu gehen. In der Winterpause hat der 1. FC Union den Mittelfeldspieler ausgeliehen, damit dieser bis Saisonende den verletzten Maximilian Thiel ersetzt. Alles sah nach einem unbemerkten Kurzaufenthalt aus.

Doch ausgerechnet jetzt, da der Blick langsam auf die kommende Saison gerichtet wird und Thiel wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen ist, steht der 19-Jährige gegen Sandhausen (Sonntag, 13.30 Uhr) vor seinem ersten Startelfeinsatz. Norbert Düwel zeigt auf einmal großes Interesse daran, Sulejmani über das Saisonende hinaus auszubilden. „Deshalb habe ich ihn geholt“, sagt der Union-Coach. Der Haken: Der Auszubildende steht bis 2017 bei Hannover 96 unter Vertrag, eine Kaufoption ist nicht vereinbart.

Andere Angebote ausgeschlagen

Bislang hat der junge Mann für die linke Offensivseite den Köpenickern nur wenig Grund gegeben, sich darüber zu ärgern. Drei Mal wurde der Spieler aus Hannover kurz eingesetzt (insgesamt 50 Minuten) – ohne zu beeindrucken. Dem Leihgeschäft hatte Sulejmani im Januar nur zugestimmt, weil er Düwel aus dessen Zeit als Assistenzcoach in Hannover kennt.

Andere Anfragen hatte er abgelehnt, da er sich unbedingt beim Bundesligisten empfehlen wollte, obwohl er dort nach sechs Einsätzen in der Vorsaison nun in der aktuellen Spielzeit lediglich in der U23 aufgelaufen war. Nun könnte er sich durch einen guten Auftritt in Sandhausen auch bei seinem Heimverein wieder ins Gedächtnis rufen.

Düwel wäre es natürlich lieber, wenn er in Berlin bliebe. Der 47-Jährige wehrt sich jedoch gegen die Interpretation, dass die restlichen acht Spiele eine vorgezogene Vorbereitung auf die nächste Saison sind. „Das ist kein Schaulaufen“, betont er. „In Sandhausen geht es darum, mal wieder auswärts zu gewinnen.“

Lediglich drei Zweitligisten sind in fremden Stadien noch harmloser. Wem der Trainer allerdings nicht zutraut, dem Team gegen den Tabellendreizehnten Sandhausen zu helfen, der wird wohl auch in den ambitionierten Planungen des Trainers für die Zukunft keine Rolle spielen. Für Björn Jopek und Björn Kopplin, die bei den Lauf- und Passübungen in dieser Woche nie das blaue Leibchen der A-Formation tragen durften, trübt sich die Aussicht auf einen Verbleib bei Union weiter ein.

Starkes Debüt für den Kosovo

Anders bei Sulejmani, der vergangene Woche in der Länderauswahl des Kosovo auf sich aufmerksam machte. Sowohl beim Test gegen Eintracht Frankfurt (0:0) wie auch gegen Werder Bremen (0:2) lief er in der Startelf auf. „Er hat einen sehr ordentlichen Eindruck hinterlassen“, sagt Düwel.

Ein Union-Scout war vor Ort gewesen und hatte dem Trainer berichtet. Das mitgelieferte Videomaterial bestätigte den Trainer in seiner Einschätzung: „Er ist ein außerordentlich talentierter Spieler.“ Zudem habe er sich bereits bei Union eingewöhnt, sagt der Coach. Gegen eine Verpflichtung spricht jedoch, dass Hannover-Manager Dirk Dufner im Dezember versicherte, Sulejmani nicht abgeben zu wollen. „Da müssen wir Geduld haben“, sagt Düwel. Und das nötige Geld.