Berlin-Köpenick -  Da ist er, der erste Zugang für die Spielzeit 2021/22. Der 1. FC Union gab die Verpflichtung von Rani Khedira vom FC Augsburg bekannt. Der 27-Jährige kommt ablösefrei von den bayerische Schwaben und gilt als potenzieller Ersatz für Robert Andrich – Premier-League-Aufsteiger Norwich City soll großes Interesse haben  – oder Christian Gentner, deren Zukunft bei den Eisernen nach dem Sommer offen ist. 

Rani ist nach Felix Kroos der zweite Weltmeisterbruder, den die Eisernen unter ihre Fittiche nehmen. Mehr wird schwer möglich. Denn gar zu viel gibt es da nicht mehr im aktiven Fußball und schon gar nicht auf entsprechendem Niveau. Mario-Bruder Felix Götze, 23, tourt mit Kaiserslautern durch die 3. Liga. Jeromes Bruder Kevin-Prince Boateng spielt mit Monza in Italiens Serie B. Die Gebrüder Schweinsteiger, Bastian und Tobias, haben ihre Schuhe ebenso an den Nagel gehängt wie Jonas Hummels, Bruder von Dortmunds Mats. Und Manuel Neuers Bruder Marcel ist leider Schiedsrichter und kein Fußball-Profi.

Doch kommen wir zurück zu dem defensiven Mittelfeldspieler, dessen Leipziger Vergangenheit manch einem Puristen in Köpenick ein Dorn im Auge sein wird. Denn die eiserne Doktrin, keine Spieler mit RB-Vergangenheit zu verpflichten, wird damit ausgesetzt. „Wir verpflichten ganz bewusst manche Spieler nicht“, hatte Klub-Boss Dirk Zingler Ende 2017 das interne Mantra verdeutlicht.

Eisernes Mantra wird umgestoßen

Andere Zeiten, andere Sitten, kommt einem da in den Sinn. Khediras bevorzugtes Arbeitsgebiet ist das defensive Mittelfeld. Auch in der Innenverteidigung kam der gebürtige Stuttgarter schon zum Zuge. In 125 Bundesligaspielen erzielte Khedira insgesamt fünf Tore. Andrich traf einmal mehr in nur 58 Erstligaspielen. Eins zu eins wird Khedira also weder ihn noch Gentner ersetzen können. 

Dennoch ist es auch ein Zeichen für das gewachsene Standing der Eisernen, dass sie gestandene Erstligakicker nach Köpenick locken können, ohne dabei mit großen Millionengagen um sich werfen zu müssen. Sicher, ein Max Kruse beispielsweise kickt nicht für lau. Abkassieren könnte er woanders aber deutlich besser. 

„Rani Khedira ist ein sehr erfahrener Bundesligaprofi im besten Fußballalter. Wir sind von seinen fußballerischen Fähigkeiten ebenso überzeugt wie von seiner Persönlichkeit. Einen Spieler dieser Qualität ablösefrei verpflichten zu können, ist für uns von großem Wert“, so Unions Manager Oliver Ruhnert.

Der Deutsch-Tunesier, der einst beim VfB Stuttgart in der Bundesliga debütierte, freut sich natürlich auf die neue Aufgabe. „Union hat in den letzten Jahren eine beachtliche Entwicklung hingelegt. Es freut mich, ab der kommenden Saison Teil dieser Mannschaft zu sein und mitzuhelfen, sich in der Bundesliga zu etablieren“, meinte der 27-Jährige.