Berlin-Köpenick - Draußen regnet es in Strömen, als André Hofschneider sich in einem kleinen Konferenzraum des Forsthauses am Stadion An der Alten Försterei setzt. Er hat ausgedruckte Tabellen und Spielergebnisse mitgebracht, Leistungsdaten von Transfermarkt.de, sogar E-Mails. Der 50 Jahre alte Cheftrainer des Nachwuchsleistungszentrums (NLZ) des 1. FC Union schaut konzentriert, nachdenklich. Seine Woche war anstrengend. Den Feiertag könnte er eigentlich gut gebrauchen, doch um 10.30 Uhr leitet er ein Nachwuchstraining.

Davor hat er sich Zeit genommen, um erstmals über die öffentlichen Vorwürfe zu sprechen, die ihn und seine Mitarbeiter im NLZ am Dienstag hart getroffen haben. Eine Recherche von Buzzfeed News wirft Hofschneider strukturellen Rassismus vor. Er soll systematisch Spieler mit türkischem und arabischem Migrationshintergrund aus dem Nachwuchsbereich der Eisernen vergrault haben. Eltern von ehemaligen Spielern nennen ihn einen „Diktator“. Spieler sprechen von „brutalem Druck“. Hofschneider atmet laut aus, dann spricht er, anderthalb Stunden lang, über die Vorwürfe, die Jugendarbeit im NLZ der Eisernen, fehlende Professionalität bei Spielern und eben auch Druck. Nicht nur für die Jugendlichen, sondern auch für sein Trainerteam.

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