Berlin - Heimat ist ein großer Begriff, manchmal ein fragiler dazu. Das klingt philosophisch und das ist es ja auch. Jeder mag etwas anderes mit Heimat verbinden. Familie auf jeden Fall, Eltern vor allem, Geschwister, Oma und Opa, die vertrauten Ecken der Kindheit, die Sitten und Bräuche, die Kultur, die Kleidung, die Musik und die Geräusche der Straße oder des Waldes, aber auch das Essen, der Geschmack der Luft und selbst die Gerüche. Am besten, wohl auch am schmerzlichsten, weiß das jemand, der seine Heimat verloren hat.

Womit ich bei Taiwo Awoniyi wäre, dem derzeit überaus stabilen Angreifer des 1. FC Union. Nein, den inzwischen 24-Jährigen hat niemand verschleppt, er ist nicht auf der Flucht und er kann gefahrlos zurück nach Nigeria, nach Ilorin, in die 1,15-Millionen-Einwohner-Metropole im Westen des Landes. Insofern benötigt der Stürmer kein Mitleid, er ist aus freien Stücken in die Welt gezogen, auf einen anderen Kontinent, in einen anderen Kulturkreis, auf jeden Fall ganz fern von Zuhause. Sein Plan bestand aus dem Willen, etwas aus sich zu machen, ein guter, ja großer Fußballstar zu werden.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzten Zugang zu allen B+ Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio.

1 Monat kostenlos.

Danach 9,99 € im Monatsabo.

Jederzeit im Testzeitraum kündbar.

1 Monat kostenlos testen

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.