Berlin - Während der FC Bayern mit neun fehlenden Spielern regelrecht auf dem Zahnfleisch kriecht, hat Unions Trainer Urs Fischer deutlich mehr Alternativen aufzubieten. Taiwo Awoniyi, Sheraldo Becker, Leon Dajak und Anthony Ujah fehlen sicher. Auch Nico Gießelmann wird wohl eher erst kommende Woche wieder eine echte Option. Dennoch hat der Schweizer fast die Qual der Wahl.

Julian Ryerson war ein guter Ersatz

Zum einen drängt Christopher Lenz mit aller Macht zurück in die Startelf, in der er zuletzt von Julian Ryerson vertreten wurde. Eine durchaus angenehme Situation für Fischer. Ryerson hat es gut gemacht zuletzt, aber auch Lenz hat die Trainings sehr gut bestritten. „Er bringt sicherlich jetzt die gewisse Frische mit“, sagte Fischer über seinen etatmäßigen Linksverteidiger. Es spricht also einiges dafür, dass der 26-Jährige in München wieder mit von der Partie ist. Zuletzt hatte er Ende Februar beim 1:1 gegen Hoffenheim mitgemischt. Im Stadtderby gegen Hertha BSC (1:1) hatte Ryerson noch mal den Vorzug bekommen, weil der im Sommer nach Frankfurt abwandernde Lenz da noch keine volle Trainingswoche in den Beinen gehabt hat.

Und es ist nicht das einzige Planspiel, mit dem sich Fischer befassen muss. Im Sturmzentrum muss er zwischen Petar Musa und Joel Pohjanpalo abwägen. Der Kroate hatte ja ebenfalls im Derby aufdribbeln können, der Finne hingegen nur in den Länderspielen zuvor wirklich für sich werben können. Da aber gelangen der Leverkusener Leihgabe, auf die Union eine Kaufoption besitzt, beim 3:2 gegen die Schweiz immerhin zwei Tore.

Union braucht Geschwindigkeit über die Flügel

Fischer entschied sich dennoch für Musa. „Von seiner Art und Spielweise her haben wir mit Musa mehr Tiefe als mit Joel. Auch noch mehr Geschwindigkeit. Joel ist einer, der mit dem Spiel kommt, der Bälle in den Fuß möchte“, so Fischers Begründung. Was darauf hindeuten könnte, dass Musa auch in München wieder erste Wahl ist.

Bliebe die dritte Frage, die das Mittelfeld betrifft, respektive das ganze Offensivzentrum. Christian Gentner bringt zwar die meisten Ideen in der Schaltzentrale ein. Doch wenn man die Bayernabwehr aushebeln möchte, könnte Geschwindigkeit über die Flügel vonnöten sein. Bei einem 4-3-3 wäre wieder Platz auf den Flügeln für Keita Endo oder Marius Bülter.