Berlin-Köpenick - Wohl dem, der Planungssicherheit hat. Und angesichts von 34 Zählern, die der 1. FC Union sein Eigen nennt und um die er im Westen der Stadt arg beneidet wird, kann man mit Fug und Recht sagen, dass die Köpenicker ihre Kaderplanungen für ein drittes Jahr Bundesliga vorantreiben können. In aller Ruhe und Gelassenheit. Und doch steht Manager Oliver Ruhnert vor einem Berg von Arbeit. Denn gleich sechs Leihverträge enden, bei fünf bis 2021 befristeten Kontrakten müssen auch noch Entscheidungen getroffen werden. Es wird also wieder einen Umbruch geben bei den Eisernen.

Zunächst einmal geht es um dieses Sextett: Loris Karius, Nico Schlotterbeck, Petar Musa, Taiwo Awoniyi, Keita Endo und Joel Pohjanpalo besitzen kein über die Saison hinausgehendes Arbeitspapier bei den Köpenickern. Dazu laufen die Verträge von Christopher Trimmel (soll gehalten werden), Akaki Gogia, Florian Hübner und Christian Gentner aus, ebenso wie der von dem nach Frankfurt ablösefrei wechselnden Christopher Lenz.

Friedrich bei anderen Klubs auf dem Zettel

Man kann davon ausgehen, dass bei Gentner Gespräche geführt werden, ob es noch mal ein Jahr weitergehen soll. Für den 35-Jährigen steht dabei aber vor allem seine Familie im Vordergrund. Ein weiteres Jahr möchte er nicht von ihr getrennt sein. Auch bei Pohjanpalo stehen die Zeichen auf Auslösen der Option. Wie hoch die Ablöse aber ist, die Leverkusen dann bekommt, ist nicht bekannt. Ähnlich verhält es sich bei Awoniyi. Es ist fraglich, was Liverpool dafür aufruft. Und das letzte Wort bei Schlotterbeck ist auch nicht gesprochen. Denkbar ist eine Verlängerung der Leihe des Freiburger Abwehrspielers.

Dazu kommt, dass Erfolg Begehrlichkeiten weckt. Auch den Managern der Konkurrenz wird die Entwicklung von Marvin Friedrich aufgefallen sein. Der scheint einer Luftveränderung bei einem richtig passenden Angebot nicht abgeneigt, wie er jüngst in der Welt verreit. „Wenn du gute Leistungen bringst, wirst du automatisch interessant für andere Klubs. Da kann man meiner Meinung nach keinem Spieler böse sein, wenn er den nächsten Schritt gehen und sich weiterentwickeln möchte. Jeder Spieler versucht, das Beste aus seiner Karriere herauszuholen. Ich habe noch Vertrag hier und lasse alles auf mich zukommen. Aber ich möchte aus meiner Karriere das Maximale herausholen. Was im Sommer passiert, wird man sehen“, so Unions Innenverteidiger.

Dajaku grübelt

Und selbst der Verbleib von Dajaku ist trotz gültiger Leihe bis 2022 nicht sicher. Sollte er weiterhin so wenig Spielpraxis bekommen, könnte der FC Bayern darüber nachdenken, das Talent an einen anderen Klub zu verleihen, bei dem er den nächsten Schritt machen kann. Und sei es über den Umweg 2. Liga.