Berlin-Köpenick - Der 1. FC Union hat seine kleine Misserfolgsserie beendet und Champions-League-Achtelfinalist Borussia Mönchengladbach ein achtbares 1:1 (1:0) abgerungen. In einem intensiven, aber wenig sehenswerten Spiel gingen die Hausherren durch einen Kopfball von Robin Knoche zunächst in Führung (31.), mussten in der 59. Minute aber den Ausgleich durch Alassane Plea hinnehmen. Torwart-Leihgabe Loris Karius kam in der 68. Minute zu seinem überraschenden Debüt, weil Stammkeeper Andreas Luthe nach einem Zweikampf zur Vorsicht ausgewechselt wurde.

Die erste Überraschung des Tages lieferte Trainer Urs Fischer bereits mit seiner Startaufstellung. In der begann nämlich Niko Gießelmann auf der Position des Linksverteidigers. Stammkraft Christopher Lenz, der unter der Woche seinen Wechsel zu Eintracht Frankfurt bekanntgegeben hatte? Nicht einmal im Kader, offiziell wegen „muskulärer Probleme“. Stattdessen saß Teenager Mathis Bruns auf der Bank. Auch, weil Urs Fischer sonst kein einziger Verteidiger mehr zur Verfügung gestanden hätte, nachdem Kapitän Christopher Trimmel und Innenverteidiger Florian Hübner beide gesperrt fehlten. Immerhin: Christian Gentner gab in der Mittelfeldzentrale sein ersehntes Comeback.

Sich ihrer Rolle als Underdog gegen den Champions-League-Achtelfinalisten, insbesondere nach den zuletzt zwei Niederlagen in Folge, vollends bewusst begannen die Köpenicker zunächst verhalten. Die Gäste prüften nach knapp zwei Minuten in Person von Jonas Hofmann kurz die Betriebstemperatur von Keeper Andreas Luthe, nachdem sich Mittelfeldspieler Hannes Wolf mit starker Übersicht freigelaufen hatte und den Nationalspieler mustergültig bedienen konnte. Luthe jedoch bekam sein Bein dazwischen und konnte abwehren.

In der Folge blieben die Eisernen defensiv, ließen den Gladbachern kaum Räume, wurden aber ihrerseits im Aufbauspiel immer wieder in ein enges Korsett aus Borussen gezwängt, aus dem auch sie zunächst keinen Ausweg finden konnten. Das Fehlen von Trimmel und Lenz machte sich schnell bemerkbar, weil den Unionern die lohnenden Anspielstationen auf dem Flügel fehlten. So verflachte die Partie Stück für Stück.

Und vielleicht wäre es so mit einem müden 0:0 in die Pause gegangen, wäre da nicht die Standardstärke der Eisernen. Nach einem Freistoß von Marcus Ingvartsen köpfte Robin Knoche routiniert gegen die Laufrichtung von Gladbachs Torwart Yann Sommer und der Ball trudelte ungestört zur Führung für die Hausherren ins lange Eck (31.). Ob schmeichelhaft oder verdient war zu diesem Zeitpunkt kaum zu bewerten, zu sehr hatten sich die Teams bis dahin neutralisiert.

Ey! Ey, was is'n mit dir?!

Gästetrainer Marco Rose äußert seinen Unmut über eine Schiedsrichterentscheidung und sieht dafür die Gelbe Karte

Bis zur Pause blieb es auch dabei. Einziges Highlight: Nach einem rüden Körpereinsatz von Mönchengladbachs Dennis Zakaria gegen Cedric Teuchert, aufgrund dessen der Unioner durch die Luft segelte und unsanft landete, woraufhin Schiedsrichter Bastian Dankert auf Foul pfiff, platzte Gästetrainer Marco Rose der Kragen. Für sein „Ey! Ey, was is'n mit dir?!“ in Richtung Teuchert und Dankert sah er die Gelbe Karte.

Den zweiten Durchgang begannen, mit der Führung im Rücken, ausgerechnet die Eisernen forscher. Nach knapp zehn Minuten hatte Cedric Teuchert gleich zweimal die Möglichkeit zu erhöhen. Nach einem starken Ballgewinn von Taiwo Awoniyi lief der Stürmer alleine auf das Tor von Sommer zu, wurde jedoch im letzten Moment von den Gästen noch abgedrängt. Wenige Sekunden später verpasste er eine Gießelmann-Hereingabe (55.). Ganz untätig blieben die Gladbacher aber auch nicht, doch Marcus Thuram verpasste in der 52. Minute die beste Möglichkeit auf den Ausgleich, als er in Bedrängung knapp links daneben zielte.

Liga-Debüt für Loris Karius

Kurz darauf war es aber soweit: Mitten in die Stärkephase der Eisernen legte Hofmann am Strafraumrand unvermittelt für Alassane Plea auf und der Franzose verwandelte zum Ausgleich (59.). Die Köpenicker reagierten wütend, doch einen trotzigen Schuss von Robert Andrich aus spitzem Winkel ließ Sommer nicht passieren (61.).

Dann kam plötzlich Loris Karius zu seinem Liga-Debüt im Tor der Eisernen. Bei einem Zweikampf bekam Luthe einen Stollen gegen den Kopf, musste leicht benommen und zur Sicherheit vom Feld und die Leihgabe des FC Liverpool übernahm (68.). Auszeichnen konnte sich der Torhüter, als er in der Nachspielzeit einen Kopfball von Neuhaus stark zur Seite parierte. Die Partie endete auch deshalb mit dem insgesamt doch leistungsgerechten 1:1.