Berlin-Köpenick - Der 1. FC Union hat sein Auswärtsspiel bei Eintracht Frankfurt mit 2:5 (2:4) verloren. Fast alle Tor fielen im ersten Durchgang, in dem André Silva (2., 41.) und Filip Kostic (38.) für die Hausherren und Max Kruse (9., 45+3.) für die Unioner trafen. Robert Andrich (35.) erzielte zudem ein Eigentor in einer Partie, in der bei 24:9 Torschüssen für die Eisernen sicher mehr drin gewesen wäre. Den Schlusspunkt setzte Timothy Chandler in der Nachspielzeit (90+2.).

Eigentlich wollte Trainer Urs Fischer im Vergleich zum 2:1 gegen den 1. FC Köln lediglich mit einer Veränderung starten. Marcus Ingvartsen war auf der linken Seite für Keita Endo eingeplant. Doch weil Leihstürmer Petar Musa beim Aufwärmen plötzlich Schmerzen im Rücken verspürte, rückte Joel Pohjanpalo kurzfristig zurück in die Startelf. Auf Seiten der Hausherren kam Nationalmannschaftsrückkehrer Amin Younes wegen einer Gelbsperre nicht zum Einsatz.

Die erste Hälfte begann ähnlich wie im Hinspiel, wo die Eisernen bereits nach sechs Minuten mit 2:0 geführt hatten. Nach 20 Sekunden gab es den ersten Eckball für die Köpenicker, doch Robin Knoche scheiterte unglücklich. Im direkten Gegenzug wetzte sich Frankfurts Linksaußen Filip Kostic frei und bediente André Silva in der Mitte, der zur 1:0-Fphrung für die Hausherren einschob (2.). Mit einem solchen Start wollten sich die Unioner dann aber nicht zufrieden geben und Max Kruse donnerte einen freien Ball sieben Minuten später zum Ausgleich ins Tor von Frankfurts Keeper Kevin Trapp (9.). Der Treffer sorgte jedoch für Aufregung, weil Julian Ryerson zuvor Heimkapitän Makoto Hasebe im Zweikampf mit seinen Stollen den Oberschenkel aufgekratzt hatte, doch Schiedsrichter Markus Schmidt gab das Tor.

Eigentor von Robert Andrich

In der Folge drängten vor allem die Eisernen immer wieder auf die Führung, Joel Pohjanpalo (20.), nach einem Eckball, und Nico Schlotterbeck (34.), nach einem Freistoß, verpassten die besten Chancen. Doch auch die Frankfurter bedrängten die Gäste immer wieder im Mittelfeld und kamen durch Jovic (26.) ebenfalls zu einer guten Gelegenheit. Es war ein äußerst unterhaltsames Spiel.

Erst Recht, als sich Robert Andrich in der 35. Minute zum einem Rückpass auf Torhüter Andreas Luthe entschied, auch wenn die Unterhaltung da eher beim neutralen Zuschauer oder bei den Fans der Heimmannschaft lag. Denn weil die Kugel sich tückisch drehte und Luthe dazu noch ausrutschte, erzielte der Potsdamer ein so sehenswerter, wie seltenes und vor allem unglückliches Eigentor. Drei Minuten später, als die Eisernen gerade zum Ausgleich ansetzen wollten, wurden sie von den Frankfurtern stattdessen gnadenlos ausgekontert: Kostic traf zum 3:1. Und die Hessen setzten nach und erzielten in der 41. Minute gar das 4:1 durch André Silva.

Aufgegeben hatte sich da bei den Gästen jedoch noch niemand und trotzig köpfte Max Kruse den Ball kurz vor dem Pausenpfiff noch zum 2:4-Anschlusstreffer ein (45+3.), ehe es zum Verschnaufen in die Kabine ging.

Schnell war im zweiten Durchgang zu spüren, dass die Eisernen durch ihren Anschlusstreffer neue Hoffnung getankt hatten. Immer wieder drängte das Team von Trainer Urs Fischer auf das Tor von Kevin Trapp. In der 61. Minute brachte der Schweizer mit Cedric Teuchert und Keita Endo noch einmal frischen Wind in den Angriff, doch ein Treffer wollte zunächst nicht gelingen. Der Japaner verpasste die wohl beste Chance, als er in der 69. Minute frei am Tor vorbeiköpfte.

Am Ende gelang aber nur noch den Hausherren ein später Treffer (Chandler, 90+2.), was in Anbetracht von 24:9 Torschüssen für die Eisernen eigentlich kaum zu glauben war. Und somit mussten die Köpenicker mit leeren Händen zurück nach Berlin reisen, auch wenn bei all dem Aufwand sicher mehr drin gewesen wäre.