Augsburg - Der 1. FC Union hat, nach der Pleite beim RB Leipzig, auch sein Gastspiel beim FC Augsburg verloren. Die Eisernen mussten sich beim 1:2 (1:1) vor allem ihrem starken Ex-Torhüter Rafal Gikiewicz und Augsburgs Doppeltorschütze Florian Niederlechner (17., 47.) geschlagen geben. Marcus Ingvartsen erzielte zwar das Tor für Union (25.), verschoss aber auch einen Elfmeter für den möglichen Ausgleich (56.). Die Eisernen verlieren somit auch das zweite Spiel der Saison gegen die Fuggerstädter und gleichsam zum ersten Mal im laufenden Spieljahr zweimal in Folge.

Trainer Urs Fischer entschied sich gegen eine Umstellung seines Systems und für ein Comeback des lange verletzten Nico Schlotterbeck, der den gesperrten - und zum Kopf freibekommen nach Berlin gereisten - Florian Hübner in der Defensivdreierketter ersetzte. Er sollte später noch eine Rolle spielen, ganz im Gegensatz zu Winter-Neuzugang Leon Dajaku, der nach seinem Debüt in Leipzig diesmal gar nicht im Kader stand.

Die Partie begann zunächst noch verhalten. Die Hausherren schauten verfolgten das Spektakel erst einmal mit einem gesunden Sicherheitsabstand, die Eisernen kombinierten sich warm, kamen aber lediglich durch einen Eckball von Kapitän Christopher Trimmel zu einer ersten Halbchance (3.).

Nach einer guten Viertelstunde hatten die Augsburger dann genug - und trafen mit dem ersten echten Angriffsspielzug. Ex-Unioner Rafal Gikiewicz platzierte einen langen Abschlag auf Flügelspieler André Hahn, der den Luftzweikampf gegen Rückkehrer Schlotterbeck gewann, der wiederum so weit vom eigenen Tor entfernt war, dass die Kollegen Robin Knoche und Marvin Friedrich keinen Spielraum mehr hatten, den heranstürmenden Florian Niederlechner noch an seinem ersten Saisontor zu hindern. Torwart Andreas Luthe hatte ebenfalls keine Chance (17.).

Acht Minuten später meldeten sich die Eisernen jedoch zurück. Nach einer starken Kombination zwischen Marcus Ingvartsen und Taiwo Awoniyi zauberte der Däne die Kugel unhaltbar für Gikiewicz in die untere rechte Ecke und glich für die Köpenicker aus. Danach nahmen sich beide Teams etwas zurück und tankten Kraft für den zweiten Durchgang.

Der Begann mit einem Knall: Nur wenige Sekunden nach Wiederanpfiff stand Schlotterbeck erneut zu weit von seinem Gegenspieler André Hahn entfernt, sodass der die Kugel vor das Tor spitzeln konnte, wo ihn Niederlechner sie zu seinem zweiten Treffer abstauben konnte.

Gikiewicz rettet Augsburg den Sieg

Doch die große Show folgte erst noch: In der 53. Minute erwischte wieder Niederlechner Unions Grischa Prömel im Strafraum unglücklich am Knöchel. Während Prömel behandelt wurde und schließlich weiterspielen konnte, sah sich Schiedsrichter Dr. Felix Brych die Szene noch einmal im Video an - und entschied auf Elfmeter für die Eisernen. Den trat Torschütze Ingvartsen zugegebenermaßen schwach und scheiterte ausgerechnet an Ex-Kollege Gikiewicz, der sich nach einem ersten Kampfschrei doch noch seiner Vergangenheit besann und sich schweigend von den Kollegen herzen ließ. 

Kurz darauf lag der Pole bereits wieder in den Armen seiner Augsburger Mitspieler: In der 60. Minute kam Stürmer Awoniyi aus kürzester Distanz zum Schuss, scheiterte mit seinem schwächeren linken Fuß aber ebenfalls an Gikiewicz.

Danach war die Luft raus. Wie schon im Spiel gegen den VfL Wolfsburg versuchten die Eisernen nun ihr Spielglück zu erzwingen, verloren den für gewöhnlich so kühlen Kopf und mussten schließlich eine verdiente Niederlage, erstmals in dieser Saison die zweite in Folge, hinnehmen. Ebenfalls bitter: Kapitän Christopher Trimmel sah seine fünfte Gelbe Karte und ist am kommenden Sonnabend gegen Borussia Mönchengladbach, zusammen mit seinen gefährlichen Eckbällen, keine Option.