Berlin-Köpenick - Der 1. FC Union hat sich im Freitagsspiel der Bundesliga mit 1:0 (0:0) von Bayer 04 Leverkusen getrennt. Im Duell zwischen dem Tabellen-Dritten und dem Tabellen-Fünften hatten die Gäste insgesamt zwar weitaus mehr Spielanteile, doch die Eisernen spielten cleverer und hatten durch Marvin Friedrich und Cedric Teuchert die zwingenderen Chancen auf einen Treffer. In der Schlussphase traf der eingewechselte Teuchert zum späten Sieg (88.).

Zum dritten Mal in Folge vertraute Trainer Urs Fischer auf eine Dreierkette vor Torhüter Andreas Luthe, Mittelfeldspieler Grischa Prömel ersetzte nach abgesessener Gelb-Sperre in der Zentrale Sebastian Griesbeck. Im Angriff durften wie zuletzt Taiwo Awoniyi und der formstarke Sheraldo Becker starten.

Doch die erste echte Chance gehörte Abwehrspieler Marvin Friedrich, der, wie zuletzt so oft, nach einem Eckball von Kapitän  Christopher Trimmel die Kugel zentral freistehend neben das Tor köpfte (15.) Zuvor hatte Robert Andrich mit einem mäßig gefährlichen Schuss aus der Distanz für ein kurzes Raunen gesorgt (5.), auf der anderen Seite stolperte Leverkusens Kerem Demirbay einen Pass in den Rückraum überraschend gefährlich über das Gehäuse von Luthe (13.).

Becker muss verletzt raus

Kurz darauf war der Arbeitstag von Becker beendet, nachdem er, offensichtlich mit Schmerzen an der Achillessehne, ausgewechselt werden musste. Zuvor war der Niederländer nach einem Zweikampf leicht umgeknickt. Ihn ersetzte nun Cedric Teuchert, der nach Einsätzen im zentralen und defensiven Mittelfeld nun ausnahmsweise wieder auf seiner angestammten Position im Sturm auflaufen durfte.

Indes verflachte die Partie im Laufe des ersten Durchganges zunehmend. Die Leverkusener, die in den ersten Minuten wie zuletzt jeder Gast im Stadion An der Alten Försterei bis an den Strafraumrand der Eisernen gepresst hatten, nahmen sich zurück, um Kräfte zu sammeln. Bei den Eisernen machte sich, nach dem Ausscheiden von Becker, dann doch das kreative Leck bemerkbar, das mit den Verletzungen von Max Kruse, Joel Pohjanpalo und Christian Gentner zuletzt eigentlich noch immer irgendwie gestopft werden konnte. Insbesondere den äußeren Spielantreibern Trimmel und Christopher Lenz wurden von den Leverkusenern immer wieder die Anspielstationen blockiert, sodass auch Sturmspitze Taiwo Awoniyi in vorderster Front merklich in der Luft hing.

So blieb der missglückte Friedrich-Kopfball Unions beste Chance, während es die Gäste mit Moussa Diaby (32.) und Nadiem Amiri (38.) jeweils gefährlich aus der Distanz versuchten. Torlos ging es zunächst in die Pause.

Im zweiten Durchgang kamen die Eisernen mit etwas mehr Dynamik aus der Kabine. Nach fünf Minuten eroberte Grischa Prömel auf der rechten Seite den Ball, rauschte mit Vollgas in den Freiraum und bediente den frei mitlaufenden Teuchert, der Lukas Hradecky im Tor der Gäste keine Chance ließ, den Ball aber so genau traf, dass der vom rechten Innenpfosten auf der Linie wieder ins Feld rollte. Kein Vorwurf an den Stürmer - das war einfach Pech. Ein weiteres Mal allerdings, denn mit der Chance von Friedrich hätten die Eisernen so langsam die Führung bejubeln müssen.

Auch, weil die Gäste ihr im ersten Durchgang eigentlich sehr strukturiertes Spiel in der zweiten Hälfte zunehmend verkomplizierten. Mehrmals kamen die Leverkusener in die Nähe oder direkt in den Strafraum der Eisernen, verstrickten sich dann aber in unnötige Pässe, um den richtigen Moment für den Abschluss schließlich zu verpassen.

Dennoch wollte es den Eisernen trotz zahlreicher starker Umschaltmomente in der Schlussphase des Spiels nicht mehr gelingen, noch einen Treffer zu erzielen. Als sich alle schon mit einem torlosen Remis begnügen wollten, versuchte der starke Teuchert noch einmal einen letzten Konter, nachdem Florian Hübner den Ball stark von Leon Bailey erobert hatte und traf gegen den weit aufgerückten Hradecky schließlich doch zum späten Sieg für die Eisernen. Es ist der erste überhaupt gegen die Leverkusener.