Berlin-Köpenick - Eigentlich war es eine erfreuliche Antwort, die Urs Fischer auf die obligatorische Frage, welche Spieler seines 1. FC Union für das anstehende Auswärtsspiel beim SC Freiburg am Sonnabend (15.30 Uhr) zur Verfügung stehen werden und welche nicht, geben konnte. „Sicher nicht dabei sind Anthony Ujah nach seiner Operation und Sheraldo Becker, bei dem es noch immer nicht ganz rund läuft“, erklärte der Trainer der Eisernen und ergänzte noch: „Andreas Luthe ist noch offen. Er trainiert seit Donnerstag wieder mit und wir werden jetzt das Abschlusstraining abwarten.“ Der Stammtorwart der Eisernen hatte sich in der vergangenen Woche wegen eines persönlichen Problems in der Familie abgemeldet und das Spiel gegen  Schalke 04 (0:0) verpasst.

Mehr Ausfälle, bestätigte der Trainer, gebe es bis dato nicht. Was in Anbetracht der langen Verletztenliste etwas früher in der Saison eine richtig gute Nachricht ist. Jedoch auch eine, die den Schweizer durchaus zum Nachdenken bringen dürfte. Denn gerade weil er endlich einmal auf so viele Optionen zurückgreifen kann, hat er mehr denn je die Qual der Wahl. Erst recht, nachdem die Leistungen des Teams zuletzt zwar weitestgehend gestimmt hatten, die Ergebnisse jedoch nicht. Die Eisernen warten seit fünf Spielen auf einen Sieg.

„Ich glaube beides ist notwendig“, betonte Fischer auf die Frage, ob er die Mannschaft mit möglichst wenig personellen und systematischen Wechseln, beispielsweise im Training, stabilisieren oder mit einigen Veränderungen eher ein wenig aufrütteln wolle, „vielleicht braucht es auch mal die eine oder andere Veränderung. Aber ich denke auch, dass die Basis des Teams so beibehalten werden muss. Ich bin weiterhin der Meinung, dass wir, auch wenn die Punkteausbeute nicht ausreichend war, zuletzt trotzdem viel richtig gemacht haben.“

Einen Anteil daran hatten Spieler, die für zuletzt angeschlagene oder gar verletzte Stammkicker eingesprungen sind. Niko Gießelmann ist sicherlich das beste Beispiel. Der 29-Jährige, im Sommer von Absteiger Fortuna Düsseldorf gekommen, hatte bis dato keine Chance, den Stammplatz des unangefochtenen und äußerst selten verletzten Christopher Lenz anzugreifen. Doch nachdem Lenz zuletzt mit einer Muskelverletzung pausieren musste, erledigte der Hannoveraner dessen Job richtig gut. „Niko hat das super gemacht. Er musste lange auf seine Chance warten, war dann bereit und hat Lenz sehr gut vertreten“, bestätigte Fischer und offenbarte im Anschluss sein Problem: „Es wird sicherlich eine Entscheidung zwischen den beiden werden, die mir nicht leichtfällt.“

Max Kruse ist bereit zu spielen

Gleiches gilt für die Innenverteidigung, wo die Eisernen nach zahlreichen Sperren und Verletzungen seit langem wieder auf vier gesunde und einsatzbereite Spieler zurückgreifen können. Dabei sind Marvin Friedrich und Robin Knoche gesetzt, die Frage stellt sich jedoch, auf wen Fischer als dritten Abräumer zurückgreift – und ob überhaupt. Zur Auswahl stehen Florian Hübner, der gegen die Schalker seiner Aufgabe als kompromissloser Zerstörer bestens nachkam, sowie der entsperrte Niko Schlotterbeck, der als Leihgabe vom SC Freiburg auf ein Duell mit den eigentlichen Kollegen – und seinem Bruder Keven – brennt. Ebenso möglich wäre aber auch die Rückkehr der Viererkette, um das Spiel aus der mit dem italienischen Nationalspieler Vicenco Grifo und dem französischen Rekordtransfer Baptiste Santamaria stark besetzten Freiburger Zentrale auf die Flügel zu verlagern.

Auch weil sich in diesem System ein weiterer Rekonvaleszent pudelwohl fühlt: Max Kruse. Der Spielmacher hat seinen Worten auf Instagram Taten folgen lassen und alles dafür getan, um beim Spiel in Freiburg wieder zum Kader zu gehören. „Max ist eine Option und wenn ich das sage, meine ich auch, dass er alle Belastungstests überstanden hat“, so Fischer. Heißt: Sogar ein Startelfeinsatz wäre denkbar.