Berlin-Köpenick - Der 1. FC Union hat sich bei seinem Heimspiel mit 3:3 (2:2) von Eintracht Frankfurt getrennt. Die Eisernen lagen nach sechs Minuten mit 2:0 in Führung, kassierten aber noch vor der Pause den Ausgleich. In der Schlussphase legte Frankfurt durch einen Treffer von Dost (79.) vor, Kruse glich allerdings noch einmal für Union aus (81.).

Gegen die Gäste aus Frankfurt vertraute Unions Trainer Urs Fischer auf die Qualitäten seiner Erfolgsmannschaft aus dem Spiel gegen den 1. FC Köln und verzichtete darauf, sich in seiner Herangehensweise an das Spiel vom Gegner allzu sehr beeinflussen zu lassen. Einzig Grischa Prömel ersetzte Sebastian Griesbeck diesmal von Beginn an. Der zuletzt wegen einer Corona-Infektion fehlenden Marius Bülter nahm zunächst auf der Bank Platz. Bei den Gästen rückte Stürmer Bas Dost erwartungsgemäß für den ebenfalls infizierten Aymen Barkok in die Startelf.

Weder die Eisernen noch die Frankfurter waren allerdings schon richtig warmgelaufen, als es bereits 2:0 (!) für den 1. FC Union stand. Nach nur 101 Sekunden donnerte Marcus Ingvartsen einen Schuss auf das Tor von Torhüter Kevin Trapp, der gedanklich offenbar noch in der Kabine weilte, die Kugel abprallen ließ und Robert Andrich zum 1:0 vollstrecken ließ. Keine drei Minuten später setzte Max Kruse Taiwo Awoniyi im Angriff schön in Szene, der Nigerianer wurde allerdings von Martin Hinteregger im Strafraum gelegt. Kruse verwandelte zum 2:0 (6.), sein fünftes Saisontor.

Auch danach blieben die Köpenicker offensiv unangenehm. In der 11. Minute setzte sich Sheraldo Becker im Laufduell gegen Evan N'Dicka durch, bediente Awoniyi, der Trapp erneut in die Bredouille brachte, weil der Frankfurter erneut abprallen ließ Diesmal konnte jedoch ein Mitspieler klären. Als der Torhüter vier Minuten später den dritten Schuss des Tages abtropfen ließ, Awoniyi den Nachschuss diesmal aber direkt auf den Mann schoss, statt ins Netz, brodelte es allerdings auch im eisernen Stoßstürmer. Das bemerkte auch Awoniyis Mitspieler Becker, der ihn in der 20. Minute ein weiteres Mal in Szene setzte, doch weil sich der Stürmer nicht zutraute, mit links abzuschließen, blieb es zunächst beim 2:0.

Eintracht Frankfurt dreht das Spiel

Bis dahin fanden die Frankfurter offensiv einfach nicht statt. Union dominierte und dirigierte das Spiel nach Belieben, leistete sich, wie schon in Köln, im Spielaufbau aber immer wieder kleine Ungenauigkeiten. Die wurden in der 27. Minute erstmals bestraft, als Daichi Kamada den Ball von Grischa Prömel eroberte und bananenartig in den Strafraum flankte. Andreas Luthe im Tor der Eisernen ließ sich davon irritieren und sah nicht gut aus, als André Silva den Ball zum Anschlusstreffer ins Tor schob.

Und Frankfurt legte nach. Nach einem Foulspiel von Prömel an Filip Kostic brachte der Gefoulte den Ball selbst in den Strafraum, wo Silva erneut zur Stelle war und zum Ausgleich einköpfte (37.). Eigentlich dominante Unioner hatten zwei Gegentore kassiert und wussten irgendwie auch nicht, warum.

Diese Überraschung zog sich bis tief in die zweite Hälfte. Die Eisernen agierten nun viel zurückhaltender, leisteten sich nun im Spielaufbau Fahrigkeiten und brachten Zuspiele ungenau zum Mit-, im schlimmsten Fall auch nur zum Gegenspieler. Der im ersten Durchgang noch so starke Sheraldo Becker rieb sich auf der rechten Seite nun vergeblich auf, startete immer wieder Sturmläufe um dann doch ins Leere zu flanken. Besser machten es die Gäste, auch wenn auch ihnen im letzten Pass die Konsequenz fehlte.

In der 79. Minute war es dann dennoch so weit: Nach einem Stellungsfehler von Robin Knoche war Kamada auf und davon, bediente Bas Dost, der zum 3:2 für die Gäste einschob. Dass die Eisernen danach nicht erschöpft aufgaben, zeigte einmal mehr, dass das Team von Trainer Urs Fischer moralisch eben doch da ist, wenn es darauf ankommt. Nach einer Flanke von Christopher Trimmel schweißte Max Kruse den Ball aus gut 20 Metern in den rechten, oberen Winkel und markierte damit das leistungsgerechte 3:3.