Berlin-Köpenick - Es war eine schlechte Nachricht, die der 1. FC Union am Dienstag bestätigte. Sheraldo Becker musste am linken Sprunggelenk operiert werden, nachdem die konservative Behandlung in den vergangenen Wochen fehlgeschlagen war. Seit der Verletzung im Spiel gegen Bayer 04 Leverkusen (1:0) im Januar und einem kurzen Comeback beim 1:2 in Augsburg hatte Becker immer wieder individuell trainiert und vorsichtig belastet. Am Ende blieb nur die Option des Eingriffs, den der Niederländer nach eigenen Angaben gut überstanden hat.

Dennoch ist es ein Rückschlag für den Flügelstürmer, der in der laufenden Saison seinen Durchbruch bei den Köpenickern gefeiert hatte. Drei Treffer und zwei Vorlagen gelangen dem 26 Jahre alten Amsterdamer, der über die harten Zahlen hinaus für zahlreiche starke Angriffe der Eisernen verantwortlich war und zuletzt auch akribisch an seiner Rückwärtsbewegung gearbeitet hatte. Nun wird er auf unbestimmte Zeit fehlen, weil zunächst beobachtet werden muss, wie die Reha, die Becker in Frankfurt am Main absolviert, verläuft. Bei noch acht zu absolvierenden Spieltagen ist auch ein Saisonaus nicht komplett auszuschließen.

Wird Keita Endo fest verpflichtet?

So bitter das für Sheraldo Becker ist, so sehr ist sein Ausfall in gewisser Weise auch eine Chance für ein Duo, das bei den Köpenickern in diesem Spieljahr noch nicht so recht zum Zuge kam, zuletzt aber mehr und mehr Spielzeit sammeln konnte: Keita Endo und Marius Bülter. Der Japaner Endo kam nach einer starken Leistung als Einwechsler gegen Arminia Bielefeld beim Heimspiel gegen den 1. FC Köln zu seinem zweiten Startelfeinsatz in der Bundesliga. Ihm gelang zwar kein Scorerpunkt, dennoch deutete er vor allem in der Anfangsphase des Spiels an, wozu er theoretisch in der Lage ist. Endos Leihvertrag läuft noch bis zum Sommer, dann haben die Eisernen eine Kaufoption, um den 23-Jährigen von den Yokohama F. Marinos zu verpflichten. Dass die gezogen wird, setzt jedoch voraus, dass Endo sich in den kommenden Wochen zeigen kann.

Einer, der sich nicht mehr zeigen muss, ist indes Marius Bülter. Beim Senkrechtstarter des Vorjahres weiß Trainer Urs Fischer, was er an ihm hat. Auch wenn die laufende Saison sicher nicht Bülters beste ist. Doch die überschaubaren Einsatzzeiten hingen vor allem in der Hinrunde auch mit den starken Leistungen der Konkurrenz, also vor allem denen von Marcus Ingvartsen und eben Sheraldo Becker zusammen. Wenn die Eisernen am Sonnabend mit einem Sieg gegen Eintracht Frankfurt den Klassenerhalt auch rechnerisch sichern, könnte Bülter befreit und ohne Druck in die Erfolgsspur zurückfinden.