Berlin-KöpenickDer 1. FC Union hat sein Heimspiel gegen Arminia Bielefeld im Stadion An der Alten Försterei mit 5:0 (3:0) gewonnen. Vor leeren Rängen ließen die Hausherren den Gästen aus Ostwestfalen zu keiner Zeit eine Chance und sorgten bereits in der ersten Hälfte durch Treffer von Endo (3.), Andrich (13.) und Becker (45+2.) für die Vorentscheidung. Im zweiten Durchgang besorgten Max Kruse per Foulelfmeter (50.) und der eingewechselte Cedric Teuchert (89.) den Endstand, der Union für wenigstens eine Nacht auf Tabellenplatz vier katapultiert.

Die Eisernen kehrten, im Vergleich zum 3:1 gegen die TSG Hoffenheim am vergangenen Montag, zu ihrer bisherigen Erfolgsformation zurück. Sheraldo Becker, Joel Pohjanpalo und Kapitän Christopher Trimmel rückten zurück in die Startelf, einzige Überraschung war das Startelfdebüt des Japaners Keita Endo, der den verletzten Marcus Ingvartsen ersetzte, wobei Marius Bülter erst gar nicht im Kader stand.

Der Debütant legte auch gleich fulminant los. Nach nur drei Minuten köpfte Pohjanpalo den Ball in den freien Raum zu Sheraldo Becker der sich mit seiner unglaublichen Geschwindigkeit absetzte und schließlich, gemeinsam mit Endo, völlig frei vor Bielefelds Torhüter Stefan Ortega auftauchte. Becker, der sehnlichst auf sein erstes Saisontor wartet, legte dennoch uneigennützig auf den Japaner ab, der zur Führung traf. Zwar protestierte Schiedsrichter Matthias Jöllenbeck noch wegen eines vermeintlichen Abseits', doch der Videoassistent bestätigte den Treffer schließlich.

1. FC Union präsentiert sich als dominanter Favorit

Die Eisernen agierte von Anfang an mit dem Selbstverständnis, sich in ihrem Stadion An der Alten Försterei wie echte Hausherren zu verhalten und wurden ihrer in den vergangenen Tagen häufig relativierten Favoritenrolle absolut gerecht. Erneut war Max Kruse im Offensivspiel der Köpenicker Dreh- und Angelpunkt, wie in der zehnten Minute, als er den erneut startenden Becker im Raum anspielte. Der Niederländer versuchte es diesmal selbst, scheiterte jedoch an Ortega.

Drei Minuten später war es schließlich Kruse selbst, der sich, mittlerweile zum dritten Mal, auf der linken Seite aller Aufpasser entledigt hatte und wild mit den Armen rudernd das Anspiel forderte. Christopher Lenz erfüllte ihm den Wunsch, doch der Routinier setzte nicht etwa zur Flanke an, sondern spielte die Kugel frech in den Rückraum, wo Robert Andrich mit einem satten Schuss ins hohe Eck zum 2:0 vollstreckte (13.).

Wie schon beim Heimspiel gegen den heillos überforderten FSV Mainz 05 (4:0) ließ Union den Gästen keine Luft zum Atmen, schaltete immer wieder in die Offensive um, ohne kopflos zu agieren. Bis auf einen schwachen Abschluss des Ex-Unioners Marcel Hartel in der 17. Minute, den Torwart Andreas Luthe ohne großen Stress abwehrte, brachten die Gäste nichts zustande, tanzten stattdessen verzweifelt nach der Pfeife der Eisernen. Wann hat man so etwas, in einer solchen Regelmäßigkeit, eigentlich das letzte Mal in der Alten Försterei erlebt?

Leider trübte die Verletzung von Debütant Endo die Feierstimmung beim Geisterspiel, das immerhin einige hartgesottene Unioner vor dem Stadion im Wald verfolgten und beklatschten. Nach 20 Minuten musste der junge Japaner mit einer Oberschenkelblessur vom Feld, für ihn kam Andy Gogia zu seinem Saisondebüt.

Auch mit Gogia spielten die Unioner konsequent ihren Matchplan herunter, setzten Bielefeld immer wieder unter Druck, ließen jedoch bis zur Nachspielzeit der ersten Hälfte warten, ehe Kruse zum wiederholten Male Becker im freien Raum bediente, der sich nun endlich über sein erstes Tor und das 3:0 für die Eisernen freuen konnte.

In der zweiten Hälfte kam für die Gäste aus Ostwestfalen auch noch Pech dazu, als Innenverteidiger Amos Pieper Andy Gogia im Strafraum legte. Max Kruse belohnte seine erneut bärenstarke Leistung vom Punkt mit seinem nun mehr 16. verwandelten Elfmeter in der Bundesliga (51.).

In der Folge nahmen sich die Köpenicker ein wenig zurück, forderten die Gäste offensiv nicht mehr so sehr, ließen auf der anderen Seite aber auch weiterhin nichts zu. Erfreuliche Randnotiz: Eigengewächs Tim Maciejewski kam in der 83. Minute noch zu seinem Profidebüt. Kurz vor Schluss erzielte der eingewechselte Cedric Teuchert noch das 5:0 (89.) und besiegelte mit dem 5:0-Sieg den deutlichsten Bundesligasieg der Köpenicker, der die Eisernen wenigstens für eine Nacht auf den vierten Tabellenplatz vorrücken ließ.