Das Kopfball-Ungeheuer weckt erste Begehrlichkeiten

Letzten Sommer lockten die Verantwortlichen von Union Berlin Danilho Doekhi ablösefrei nach Köpenick. Spätestens Sonnabend sind andere Klubs hellhörig geworden.

Danilho Doekhi kam im vergangenen Sommer ablösefrei aus der Eredivisie nach Berlin.
Danilho Doekhi kam im vergangenen Sommer ablösefrei aus der Eredivisie nach Berlin.City-Press

Es waren zwei Worte, die Urs Fischer spontan einfielen, als er nach dem Spiel gegen Hoffenheim auf Danilho Doekhi angesprochen wurde. „Wucht“ und „Entschlossenheit“ würden seinen Abwehrspieler neben dessen Kopfballstärke in erster Linie auszeichnen. „Das musst du mitbringen“, erklärte der Trainer von Union Berlin, „wenn du Tore erzielen willst“.

Zweimal klappte das am Sonnabend gegen die TSG Hoffenheim ganz vorzüglich. Zweimal wuchtete sich der Abwehr-Schrank in die Eckbälle von Christopher Trimmel. Zweimal zappelte der Ball im Netz. Der Rest war grenzenloser Jubel rund um das Stadion An der Alten Försterei.

Dabei wurde der 24-jährige Niederländer nicht dafür verpflichtet, Tore zu erzielen. Zumindest nicht in der Hauptsache. Sein Kerngeschäft ist die Defensive, das zeigte er in insgesamt 108 Partien der holländischen Eredivisie, in der er seinen Ex-Verein Vitesse Arnheim zuletzt gar als Kapitän aufs Feld führte. Oliver Ruhnert, Geschäftsführer Profifußball bei Union Berlin, und Fischer bewiesen im vergangenen Jahr ihr exzellentes Näschen bei Spielertransfers, lockten Doekhi ablösefrei nach Köpenick.

Klar ist aber auch, dass die Vorstellungen Doekhis, die Wucht und Entschlossenheit, auch anderen Vereinen nicht verborgen bleiben wird. Transfer-Experte Fabrizio Romano berichtete am Sonntag auf Twitter, dass der ehemalige U21-Nationalspieler bei Vereinen in Italien und England Begehrlichkeiten geweckt haben soll.

In Köpenick wird man das zunächst noch mit einem milden Lächeln quittieren. Dass Spieler den Verein verlassen, wenn die finanzstärkere Konkurrenz ruft, ist ohnehin Teil des Geschäfts. Dazu hat der Rechtsfuß einen langfristigen Vertrag unterschrieben. Und überhaupt: Trotz aller Euphorie sollte man nicht vergessen, dass Doekhi am Sonnabend erst sein siebtes Spiel in der Bundesliga absolvierte.

Luft nach oben hat er also zwangsläufig noch. Nur eben bei Standardsituationen nicht. Da springt kaum jemand höher als er.