Licht und Schatten: Alle Union-Profis in der ausführlichen Einzelkritik

Gegen Hoffenheim spielte Union eine schwache erste, dafür eine umso fantastischere zweite Halbzeit. Hier lesen Sie die Einzelkritik zu allen Spielern.

Sheraldo Becker (l., gegen Hoffenheims Stanley Nsoki) blieb über weite Strecken der Partie blass.
Sheraldo Becker (l., gegen Hoffenheims Stanley Nsoki) blieb über weite Strecken der Partie blass.dpa/Andreas Gora

Herausragend

Danilho Doekhi: War mit seinen beiden Treffern unumstrittener Matchwinner. In den defensiven Luftzweikämpfen ohnehin fast unbezwingbar, kam er im Lauf des Spiels mit den quirligen Hoffenheimer Angreifern auch am Boden immer besser zurecht. 

Gut zu Fuß

Frederik Rönnow: Der Torhüter erwies sich einmal mehr als sicherer Rückhalt der Eisernen. Fischte einen Freistoß von Robert Skov sehenswert aus dem Eck (28.) und war bei einem weiteren Versuch seines dänischen Landsmanns blitzschnell unten (41.). Beim Hoffenheimer Tor durch Ihlas Bebou macht-, in der zweiten Halbzeit quasi beschäftigungslos.

Robin Knoche: Erstmals seit dem 9. Spieltag in der Dreierkette wieder mit Paul Jaeckel und Doekhi an der Seite. Strahlte Ruhe aus, agierte gewohnt umsichtig und leitete mit seiner Chance kurz nach der Halbzeit den Köpenicker Sturmlauf ein, der fast die komplette zweite Hälfte andauerte.

Christopher Trimmel: Der Kapitän beackerte die rechte Seite gewohnt laufstark und ließ gegen Hoffenheims Angelino defensiv nichts anbrennen. Vergab vorne eine Mega-Chance aufs mögliche 1:1 (55.), bereitete dann aber die beiden Tore von Doekhi mit maßgeschneiderten Eckbällen vor.

Mit Eifer dabei

Rani Khedira: Hatte alle Hände voll zu tun, weil sich insbesondere Christoph Baumgartner und Tom Bischof immer wieder geschickt zwischen den Ketten bewegten. Besonders wertvoll in der zweiten Halbzeit, als er entscheidend half, jeden Hoffenheimer Angriffsversuch schon im Keim zu ersticken.

Paul Jaeckel: Solide Leistung. Beim Gegentor kam er eineinhalb Schritte zu spät gegen Bebou. Ihm dies als groben Fehler anzukreiden, wäre aber absurd. Steigerte sich wie fast alle seine Mitspieler mit zunehmender Spieldauer.

Janik Haberer (bis 88.): Kurz vor der Pause stockte allen Union-Fans der Atem, als er nach einem Zweikampf mit Ozan Kabak zunächst liegenblieb. Trat offensiv diesmal seltener in Erscheinung, hatte bei zwei noch im letzten Moment abgeblockten Schüssen Pech (21., 48.).

Kevin Behrens (ab 63.): Stand trotz guter Vorbereitung nicht in der Startelf, half aber als Joker tatkräftig dabei, dem Spiel die entscheidende Wende zu geben. Hätte eine Viertelstunde vor dem Ende fast zur Führung getroffen, sein Kopfball rutschte am langen Pfosten vorbei.

Paul Seguin (ab 63.): Kam gemeinsam mit Behrens ins Spiel. Seine Griffigkeit in den Zweikämpfen war ein Faktor, weshalb Hoffenheim in der Schlussphase kaum mehr für Ruhe und Entlastung sorgen konnte.

Janik Haberer (r.) spulte im Union-Mittelfeld wieder etliche Kilometer ab.
Janik Haberer (r.) spulte im Union-Mittelfeld wieder etliche Kilometer ab.Imago/Jan Huebner

Luft nach oben

Sheraldo Becker (bis 88.): Hatte nach sechs Minuten im Anschluss an eine Trimmel-Flanke die erste Union-Chance des Spiels, tauchte danach aber ab. Ihm gelang insgesamt wenig, auch weil die Hoffenheimer Defensive ihm fast keinen Platz für seine schnellen Antritte ließ.

Niko Gießelmann: Traf auf seiner linken Seite immer wieder auf den agilen Skov, der die gefährlichsten Angriffe der Gäste initiierte und abschloss. Kam beim Gegentor im Mittelfeld zu spät und machte damit den Raum hinter ihm weit auf. Ungefährliche Eckbälle. 

Genki Haraguchi (bis 63.): Tänzelte zu Beginn des zweiten Durchgangs einmal sehenswert durch den Gästestrafraum und bereitete damit die Knoche-Chance vor. Insgesamt aber ein (zu) unauffälliger Auftritt des Japaners. Das kann er viel besser!

Unterdurchschnittlich

Jordan Siebatcheu (bis 63.): Ein äußerst glückloser Auftritt. Rieb sich unermüdlich in Zweikämpfen mit Kabak auf, sah im Angriff aber kaum Land. Vergab die große Chance zur Führung mit dem verschossenen Elfmeter, seinem zweiten in dieser Saison, und wartet seit dem siebten Spieltag auf sein viertes Saisontor. Man würde es ihm so sehr gönnen!

Zu spät gekommen

Jamie Leweling (ab 88.) und Levin Öztunali (88.): Wurden von Urs Fischer zur finalen Schlussoffensive auf den Platz geschickt und holten das Optimum heraus. Öztunali passte, Leweling traf. Der perfekte Schlusspunkt unter einen gelungenen Start 2023.