Union Berlin: Freudenschreie begeisterter Kinder

Das Future Team des 1. FC Union Berlin verlor gegen die U21 des FC Basel mit 2:4. Für ein paar Jungs war der Talente-Vergleich dennoch ein tolles Erlebnis.

FCU-Kapitän Mathis Bruns (l.) stand nach dem Abpfiff für Fotos bereit.
FCU-Kapitän Mathis Bruns (l.) stand nach dem Abpfiff für Fotos bereit.IMAGO/Koch

Der Schlusspfiff war längst ertönt, die Spieler vom Perspektivteam des 1. FC Union Berlin und der U21 des FC Basel hatten sich abgeklatscht, ihre Mannschaftskreise aufgelöst und sich in Richtung der Haupttribüne begeben. Dort stand unter anderem FCU-Kapitän Mathis Bruns für Fotos mit den jungen Fans bereit.

Doch auch die Akteure der siegreichen Schweizer standen bei den Kindern hoch im Kurs. Sie platzierten sich am Eingang der Katakomben und klatschten die Kicker begeistert ab. All das übertrug sich auf die teils breit grinsenden FCU-Spieler, von denen einige ihre Handschuhe wohl auch deshalb an die Jungs verschenkten. 

Die rannten vor Freude kreischend auf der Tribüne herum, dieses Geschenk bedeutete ihnen in diesem Moment die Welt. Damit zauberten sie den umstehenden Erwachsenen, selbst den Ordnern, ein Lächeln ins Gesicht, weil ihre kindliche Glückseligkeit so authentisch wie ansteckend war.

Zuvor hatten die Zuschauer im Stadion An der Alten Försterei bei Eiseskälte ein unterhaltsames und chancenreiches Duell zweier ambitionierter Nachwuchsteams zu sehen bekommen, das Basel verdient mit 4:2 für sich entschied, weil die zweitbeste zweite Mannschaft der Schweiz klarer strukturiert und in der Entwicklung die entscheidenden Jahre weiter war.

Tim Schleinitz (2. v. l.) traf mit diesem sehenswerten Volleyschuss zum 1:0 für den 1. FC Union Berlin.
Tim Schleinitz (2. v. l.) traf mit diesem sehenswerten Volleyschuss zum 1:0 für den 1. FC Union Berlin.IMAGO/Koch

Berkin Arslanogullari ein starker Rückhalt, Julien Friedrich spielt befreit auf

Union hatte immer wieder Glück, dass die Gäste trotz sehr guter Ansätze im letzten Drittel zu ineffektiv agierten, Keeper Berkin Arslanogullari einen Sahnetag erwischte und ein starker Rückhalt seiner Elf war. Auch von ihm abgesehen taten sich bei den Eisernen einige Spieler hervor.

Malick Sanogo versprühte mit seinen leichtfüßigen, schnellen und technisch versierten Aktionen immer wieder das gewisse Etwas, hatte nur bei seinen Schüssen Pech. Besonders hervorzuheben ist Julien Friedrich. Der erst 15-Jährige trat gegen teils deutlich ältere Gegenspieler frech auf.

Das große U17-Talent kam mit zielstrebigen Aktionen immer wieder zu Abschlüssen und bereitete den Führungstreffer durch den ebenfalls auffälligen Tim Schleinitz mit einem gut getretenen Freistoß vor.

Zwar konnte er körperlich nicht ganz mit Baseler Abwehrmännern wie dem 34-jährigen bosnischen Ex-Nationalverteidiger Daniel Pavlovic, der schon an der Seite des früheren Hertha-Kapitäns Vedad Ibisevic auflief, mithalten. Doch er hat noch viele Jahre Zeit, um diesen Schritt zu gehen.

U19-Torjäger Malick Sanogo deutete seine individuelle Klasse gegen den FC Basel mehrfach an.
U19-Torjäger Malick Sanogo deutete seine individuelle Klasse gegen den FC Basel mehrfach an.IMAGO/Koch

Dass er diese wertvolle frühzeitige Erfahrung sammeln und sich mit solch robusten Routiniers messen durfte, ist genau der Sinn und Zweck eines solchen Testspiels des „Future Teams“. Schließlich ist Union in einer traurigen Statistik Tabellenletzter der Bundesliga: Bei den Profis wurde in dieser Saison noch nicht ein Spieler aus dem eigenen Nachwuchs eingesetzt. Um da zukünftig eine Veränderung herbeizuführen, sind solche Vergleiche  wichtig.