Genugtuung? Union-Keeper Frederik Rönnow ist viel zu höflich, so was zu sagen

Bei der Rückkehr zu seinem alten Klub will der Torwart des 1. FC Union auf Schalke zeigen, dass er sich in den letzten Jahren weiterentwickelt hat.

Torwart Frederik Rönnow vom 1. FC Union fliegt vor Diogo Leite Richtung Ball.
Torwart Frederik Rönnow vom 1. FC Union fliegt vor Diogo Leite Richtung Ball.imago/Jürgen Kessler

Es ist für ihn die Rückkehr an die alte Wirkungsstätte. Aber mit umgekehrten Vorzeichen. Während er in seiner Zeit auf Schalke eher mit negativen Situationen konfrontiert war – sowohl persönlich als auch mit dem Team –, reist Frederik Rönnow als eiserne Nummer eins zwischen den Pfosten nun mit breiter Brust zurück nach Gelsenkirchen, wo er am Sonnabend mit dem 1. FC Union (15.30 Uhr) den nächsten Dreier anpeilt.

„Ich fahre mit einem guten Gefühl da hin. Wir hatten einen guten Start, zuletzt eine gute Leistung gegen Leipzig und im Pokal sind wir ja auch in der zweiten Runde“, sagte Unions dänischer Schlussmann. Und anders als vor zwei Jahren, als er im Abstiegsjahr der Knappen durch ständige Personalrochaden und Trainerwechsel nie dauerhaft zeigen konnte, was er draufhat, ist sein Status derzeit klar. Das verleiht Sicherheit.

Rönnow hatte beim FC Schalke eine harte Zeit

„Es war eine harte Zeit. Anstrengend. Aber ich habe viel daraus gelernt“, so sein persönliches Fazit zu einem königsblauen Seuchenjahr, bei dem die damalige Frankfurter Leihgabe dort wenig ausrichten konnte und dennoch den Königsblauen nach deren Abstieg ein klein wenig verbunden blieb. „Ich habe mich gefreut, dass sie den Wiederaufstieg geschafft haben“, sagte der 30-Jährige. Denn im Groll hatte er die Königsblauen nicht verlassen.

Jetzt hat er Gelegenheit, zu zeigen, dass Schalke damals einen Fehler gemacht hat, nicht auf ihn zu bauen, auch wenn er viel zu höflich ist, um das so auszudrücken. Für Rönnow und den 1. FC Union geht es am Sonnabend um drei Punkte. Darüber hinaus geht es für den Torhüter auf Sicht auch um die WM-Teilnahme. Selbst wenn er bei den Dänen bislang nicht so viel in der Auswahl zum Zug kam. Auf gerade einmal acht Länderspieleinsätze seit seinem Debüt 2016 kann Rönnow zurückblicken. „Ich hatte ja auch in der Bundesliga nicht so viel Spielpraxis. Da kann man keine großen Ansprüche anmelden. Außerdem hat Casper Schmeichel das in all den Jahren richtig gut gemacht. Er ist eine echte Persönlichkeit, hat einen großen Stellenwert für die Mannschaft“, so der 1,88 Meter große Schlussmann.

Rönnow will in der Nationalelf da sein, wenn es darauf ankommt

Spielpraxis, so er denn nicht einem Bock nach dem anderen schießt in der näheren Zukunft, dürfte bei der WM in Katar diesmal nicht das Problem sein. Aber Rönnow bleibt Realist. „Casper ist die klare Nummer eins“, so die eiserne Nummer eins. Doch er will mit guten Leistungen zeigen, dass er da ist, wenn es darauf ankommt.

Ewig wird Schmeichel ja auch nicht spielen können. Und wenn Rönnow etwas im letzten Jahr gelernt hat, dann Geduld zu bewahren. Nur zur Erinnerung: Die Nummer eins ist ihm vergangenen Sommer ja auch zugeflogen. Auch da musste er ordentlich lang warten, ehe er an Andreas Luthe vorbeikam.