Berlin - Wenn aller guten Dinge drei sind, dann kann die Woche für Christopher Trimmel nur mit einem Sieg am Sonnabend gegen Leipzig enden. Denn die erste frohe Botschaft war ja die erwartbare Nominierung für das vorläufige EM-Aufgebot für Team Austria. Nachricht Nummer zwei lässt vor allem die Fanherzen höher schlagen. Die stockenden Verhandlungen bezüglich einer Vertragsverlängerung mit dem Kapitän des 1. FC Union sind Geschichte. Der Klub und der 34-Jährige sind sich über eine Weiterbeschäftigung einig.

Wie seit einiger Zeit üblich, machten die Köpenicker keinerlei Angaben zur Laufzeit des Arbeitspapiers. Man kann aber getrost davon ausgehen, dass es angesichts seines fortschreitenden Alters kein Rentenvertrag ist. Spekulationen, dass der gebürtige Burgenländer für zunächst zwölf weitere Monate eisern bleibt und eine erreichbare Option für eine automatische Verlängerung inkludiert ist, sollte aber nicht in das Reich der Fabeln verwiesen werden.

Die Eisernen machen die Verkündung spannend

Eine gute Nachricht für alle, die es mit den Rot-Weißen halten. Zuletzt waren immer wieder Befürchtungen aufgetaucht, dass die Wege sich trennen könnten, weil eine angesichts seiner Saisonwerte – neun Vorlagen, ein Tor in 30 Spielen – eigentlich logisch erscheinende Vertragsverlängerung mit dem Stammspieler irgendwie nicht verkündet werden konnte. Nun ist auch diese Kuh vom Eis.

Die Eisernen machten es übrigens spannend. Sie triggerten ihre Fans mit der guten Nachricht ein wenig. Knapp 15 Minuten vor Verkündung der frohen Botschaft twitterten sie ein Bild eines beim Eckstoß bereitliegenden Balles. Ein Hinweis auf die Qualitäten des Österreichers, der mehr als 90 Prozent seiner Vorlagen nach ruhenden Bällen produziert. Beim Anblick dieses Bildes muss bei jedem Unionfan eigentlich automatisch der Capitano der Köpenicker im Kopf erscheinen, der vor der Ausführung noch signalisierend kurz den Arm hebt.

Trimmel selber hatte schon mehrfach öffentlich betont, dass er mit solcherlei Vertragsgestaltung überhaupt keine Probleme habe. „Ich liebe so leistungsbezogene Verträge. Die hatte ich eigentlich meine ganze Karriere immer so. Zum einen kann sich der Spieler was erspielen, andererseits ist es auch für den Verein keine schlechte Idee, weil der auch besser reagieren kann, falls ich mich mal verletze oder keine Leistung bringe“, hatte der stürmende Außenverteidiger beispielsweise im Kicker schon vor rund 15 Monaten erklärt, als Union mit ihm bis Ende diesen Sommers verlängert hatte.

Damit bleibt der derzeit Dienstälteste Unioner den Köpenickern erhalten. Seit 2014 hat er 228 Kicks für die Eisernen absolviert. Gegen Leipzig wird er Ronny Nikol in der Liste der Rekordspieler auf Platz zehn verdrängen. Bei einem verletzungsfreien und normalen Saisonablauf könnte er Ende 2022 auf Platz fünf der Köpenicker Bestenliste lande, damit Unionlegenden wie Wolfgang „Potti“ Matthies, Michael Parensen, Jan Glinker und Christian Stuff hinter sich lassen.