Berlin-KöpenickDer 1. FC Union bindet eines seiner größten Talente. Der 21 Jahre alte Lennart Moser verlängert nach Informationen der Berliner Zeitung seinen im Sommer auslaufenden Vertrag. Wahrscheinlich ist es eine Verlängerung um mindestens zwei Jahre, um einer erneuten Vertragsdiskussion im kommenden Jahr aus dem Weg zu gehen. Denn Moser soll, wie schon in der vergangenen Saison, ins Ausland verliehen werden, um dort Spielpraxis zu sammeln.

Heißester Kandidat für ein Leihgeschäft ist dabei der österreichische Zweitligist Austria Klagenfurt. Das vom routinierten Trainer Peter Pacult betreute Team muss ab Januar auf Torwart Rico Sygo verzichten, den es nach Delmenhorst zieht. Moser soll sich dem Torwartduell mit dem ehemaligen Wolfsburger Philip Menzel stellen, der zuletzt Stammtorwart des Aufstiegskandidaten war.

Die Verlängerung Mosers unterstreicht dabei auch die hohe Meinung, die die Eisernen von ihrem Eigengewächs haben. „Lennart Moser ist ein richtig guter Torwart. Ich sehe ihn absolut in der Lage, in der Bundesliga ins Tor zu gehen. Da habe ich überhaupt keine Bauchschmerzen. Der Torwart ist gut, für sein Alter von erst 20 Jahren sogar sehr gut“, hatte Manager Oliver Ruhnert im Sommer im kicker erklärt. Stammtorwart Andreas Luthe schlug in eine ähnliche Kerbe: „Ich habe eine sehr hohe Meinung von Lennart. Er bringt alles mit, um ein Bundesliga-Torwart zu werden.“

Dennoch reichte es bei den Köpenickern bis zuletzt nicht für einen Kaderplatz, weshalb Moser im vergangenen Jahr erst an Regionalligist Energie Cottbus verliehen war, wo er in 16 Spielen sechsmal zu null spielte und sich für ein weiteres Leihgeschäft beim belgischen Erstligisten Cercle Brügge empfahl, wo er unter den wachsamen Augen der deutschen Trainer-Legende Bernd Storck in sieben Spielen nur sieben Gegentore kassierte und dreimal seinen Kasten sauber halten konnte.

Im Sommer machte sich Moser dann berechtigte Hoffnungen, hinter Luthe wenigstens die Nummer zwei der Eisernen zu sein, doch die Leihe von Liverpool-Torwart Loris Karius schob ihn in der Hierarchie wieder zurück. Ausgerechnet die unmittelbare Zukunft des 27-Jährigen beeinflusst Moser mit seiner Ausleihe aber nun entscheidend: Weil die Eisernen im Winter mit Sicherheit nicht zwei Torhüter abgeben werden, wird Karius sich wohl in der Rückrunde bei den Köpenickern durchbeißen wollen. Zuletzt hatte es immer wieder die Vermutung gegeben, dass der Champions-League-Finaltorwart von 2018, der derzeit bei Union nur Reservist ist, frühzeitig nach Liverpool zurückkehren würde. Dieses Thema dürfte nun vom Tisch sein.